1. Liga

Die Black Stars verlieren gegen den Tabellenletzten Sursee mit 1:2

Hat weiterhin nicht viel Grund zur Freude: Sportchef Peter Faé (l.).

Hat weiterhin nicht viel Grund zur Freude: Sportchef Peter Faé (l.).

Nach vier Runden belegt der Basler Traditionsverein in der Gruppe 2 der 1. Liga einen Abstiegsplatz. Auch die dritte Heimpartie ging ärgerlich, und unnötig, auf dem Kunstrasen, bei Temperaturen jenseits der 40-Grad-Marke, verloren.

Sportlich wäre der FC Sursee in der letzten Spielzeit abgestiegen. Da es aber den «Fall FC Biel» gab, durften die Innerschweizer «am grünen Tisch» in der vierthöchsten Spielklasse bleiben. Und obwohl die Luzerner im Sommer in ihrem Kader einige Mutationen vorge­nommen haben, muss man konstatieren, dass der FCS substanziell knappes Erstliga-Niveau aufweist. Alleine diese Feststellung muss den «Schwarz-Sternen» zu denken ge­ben, denn auch gegen einen auf dem Papier inferioren Rivalen schaffte es «Blägg» nicht, den dringend benötigten ersten Saisonsieg einzufahren.

Man könnte fast schon stereotyp die Mär schreiben, dass Black Stars mehr im Ballbesitz war. Die Platzherren konnten acht Eckbälle treten («aber nicht einer brachte Gefahr; sie waren allesamt schlecht getreten», wirft Trainer Andy Fimian gleich ein) und sie wiesen ein klares Chancenplus auf. Ja, der Quartierverein mit den legitimen Ambitionen war sub­jektiv besser – alleine das Resultat gibt dem Gast aus der Innerschweiz recht.

Viel Schein, aber wenig Sein

Cheftrainer Fimian will von Ratlosigkeit oder gar Ernüchterung nichts wissen. «Nein! Die Sache ist eigentlich einfach. Unser Goalie hält uns nicht mit «big saves» im Spiel; vielmehr zeigt er ungewohnte Schwächen. Die Abwehrreihe spielt fahrig und lässt sich zu leicht ausspielen, das Mittelfeld setzt zu wenige Impulse, der Angriff zeigt sich ineffizient».

In der Tat weiss Black Stars im Ansatz zu gefallen. Spielverlagerungen, technisch versierte Spie­ler, Ballkombinationen – alles gut und schön. Doch zu vieles, oder praktisch alles, bleibt Stückwerk. Der finale Pass in die Tiefe, zu Goalgetter Mickaël Rodriguez, kommt nicht. Die Flanken sind un­präzise – entweder flattern sie am Tor vorbei oder sie werden in den Rücken der Angreifer gespielt. «Und es fehlt uns ganz klar das nötige Quäntchen Glück. Das Wettkampfglück, das wir in der Rückrunde der letzten Spielzeit hatten», moniert Fimian.

Drei Heimspiele, drei Niederlagen. Gegen Muri (2:4), das sich im Sommer 2016 in der 1. Liga hielt, weil Sursee ein schlechteres Torverhältnis aufwies. Gegen Thun Berner Ober­land U21 (1:3) standen Aufwand und Ertrag diametral zueinander. Gegen Sursee, einem designierten Absteiger (sic!), folgte auch eine Verlustpartie. Und den einzigen Punkt, in So­lothurn gegen einen der Gruppenfavoriten, holte man sich in extremis in der 92. Minute.

Hatte nach der Wochentags-Niederlage gegen den Thuner Nachwuchs der alt Nationalrat Markus Lehmann von «einem dezenten Fehlstart» gesprochen, so meinte der frühere Handball-Internationale, der wie gewohnt der Partie beiwohnte, stoisch: «Man kann das Adjektiv weglassen oder es durch eine passendere Beschreibung ersetzen».

Am nächsten Wochenende gastiert der FC Black Stars beim Drittletzten Zug. Will man den Kontakt zum hinteren Mittelfeld herstellen, wird es Punkte (am besten einen Sieg), brauchen. Von mehr zu sprechen wäre in der momentanen Situation nicht opportun. An­spruch und Realität driften bei den «Blägg» momentan gar weit auseinander.

Telegramm:

FC Black Stars Basel – FC Sursee 1:2 (0:1)

Sportplatz Buschweilerhof. - 115 Zuschauer. - SR: Jäger. - Tore: 22. Pinto 0:1. 56. Friedli 1:1. 62. Bolliger 1:2.

Black Stars: Oberle; Mumenthaler, Kovacevic, Silva, Infantino; Muslija; Chételat (59. Hengel), Spahr, Maliqi, Friedli (69. Uruejoma); Rodriguez.

Sursee: Peterhans; Lo Priore, Kronenberg, Bieri, Trost; Graf (71. Scherer); Ajdini (89. Zbinden), Selmani, Wyder, Pinto; Liloia (59. Bolliger).

Bemerkungen: Black Stars ohne Acer, Esastürk, Kalayci, Aleksandar und Branislav Micic sowie Setti (alle verletzt). - Sursee ohne Ehrler und Lukmon (beide verletzt). - Verwarnungen: 8. Kronen­berg (Foul), 18. Muslija (Foul), 58. Friedli (Foul) und 68. Selmani (Unsportlichkeit). - Platzverweis: 85. Kronenberg (2. Verwarnungen nach erneutem Foulspiel).

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