Boxen
Die Cobra beisst weiter zu und hofft auf eine Begegnung mit den Klitschkos

Janne Katajisto war für den Basler Schwergewichts-Boxer Arnold Gjergjaj kein Prüfstein - bereits in der dritten Runde «The Cobra» denn Finnen auf den Ringboden und siegte durch K.O.

Daniel Weissenbrunner
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Janne Katajisto war dem Basler in jeder Hinsicht unterlegen.
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Trotz Kampfgewicht von 122 Kilos hatte der Finne keine Chance.
Gjergjaj siegt in der dritten Runde durch K.O.
Arnold Gjergaj besiegt Janne Katajisto durch K.O. in der dritten Runde
Arnold Gjergjaj nach dem Kampf in Siegerpose
Trainer Angelo Gallino bedankt sich bei den Fans im ausverkauften Volkshaus.

Janne Katajisto war dem Basler in jeder Hinsicht unterlegen.

Uwe Zinke

Das Publikum im ausverkauften Volkshaus musste sich lange gedulden. Über vier Stunden dauerte das Vorprogramm mit dem Vergleich Team Basel gegen eine jamaikanische Auswahl.

Die Geschichte des Hauptgangs war danach schnell erzählt. Arnold Gjergjaj „The Cobra" schickte seinen bemitleidenswerten Gegner Anfang der dritten Runde rüde zu Boden und beendete das ungleiche Kräftemessen - zur Erleichterung für den Finnen - vorzeitig.

Ähnliche Gedanken kreisten nach dem kurzen Fight auch beim Sieger. „Es tut mir leid, aber das ist halt Boxen", sagte Gjergjaj entschuldigend.

Die Frage nach dem Ausgang des Kampfes beantwortete sich frühzeitig, genau genommen schon beim Einmarsch der beiden Boxer.

Janne Katajisto erweckte trotz seinen 122 Kilogramm Lebendgewicht nie den Eindruck, die persönliche Bilanz (14 Kämpfe, 13 Siege) weiter verbessern zu wollen.

Körpersprache und Fitness gaben ein trostloses Bild ab. Ganz anders Arnold Gjergjaj: Der Prattler hatte seine Hausaufgaben gemacht. Der 28-Jährige Profi erschien durchtrainiert und fokussiert im Ring.

Sportlich auf Kurs

Die technische Überlegenheit Gjergjajs wurde denn auch von Beginn weg deutlich. Er dominierte den Kampf mit seinen variablen Schlägen nach Belieben und legte offen, dass er in diesem Duell in jeder Beziehung der besser geschulte Boxer war.

Gjergjaj knockte den bisher von der Papierform stärksten Gegner zur Freude seiner Anhänger souverän aus und blieb damit auch in seinem 21. Kampf ungeschlagen. Befriedigt vom Auftritt seines Schützlings zeigte sich auch Gjergjajs Coach, Manager und Mentor Angelo Gallina. „Arnold hat die Linie durchgezogen, die wir uns vorgenommen haben."

Sportlich befindet sich das „Projekt Arnold" weiterhin auf Kurs. Gallina ist zuversichtlich, dass Gjergjaj noch in diesem Jahr die Gelegenheit für einen Titelkampf erhält. „Im Spätsommer sollte Arnold soweit sein, um über 12 Runden gehen zu können." Soll heissen, dass die Aufbauphase allmählich abgeschlossen ist: «Wir müssen nun die nächste Epoche einläuten", so Gallina.

Sparring gegen Klitschkos?

Damit Arnold Gjergjaj die nächste Stufe zünden und sein vorhandenes Potenzial voll ausschöpfen kann, müssen sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch verbessern. Der Schweizer mit kosovarischen Wurzeln benötigt Sparringpartner, die es ihm erlauben, sich auf das entsprechende Niveau hieven.

Zur Diskussion steht unter anderem ein Rendezvous mit den Klitschkos. „Aber das kostet Geld. Deshalb brauchen wir eine Finanzierung", versichert Angelo Gallina.

Er liess es sich deshalb nicht nehmen, am Samstag selbst in den Ring zu steigen, um einen Appell für das „Projekt Arnold" loszuwerden. Nach dem Auftritt gegen Janne Katajisto hat Gjergjaj zumindest alles unternommen, um ein weiteres Mal Werbung in eigener Sache zu betreiben.

Seinen nächsten Kampf bestreitet der 28-Jährige voraussichtlich im Mai am nächsten Boxeo. Zwei bis drei weitere sollen in diesem Jahr folgen. „Zunächst müssen wir aber kurz durchatmen", sagt Angelo Gallina.

Die Chancen, dass Arnold Gjergjaj erneut vor vollen Rängen kämpft, stehen gut. Die Nachfrage war am Samstag so gross, er hätte das Volkshaus dreimal füllen können.