Badminton
Die einen flirten mit dem Austieg, die anderen verabschieden sich

Basler Badminton-Derbys in der NLB gehören der Vergangenheit an. Das Team Uni Basel geht in die Aufstiegsspiele, will vorerst aber in der NLB bleiben. Die Arlesheimer hingegen haben die Wahl nicht - sie müssen nächste Saison in der 1. Liga ran.

Andreas Fretz
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Die NLB-Derbys zwischen Uni Basel und Arlesheim gehören der Vergangenheit an. Dürrenberger

Die NLB-Derbys zwischen Uni Basel und Arlesheim gehören der Vergangenheit an. Dürrenberger

2010 verabschiedete sich das Team Basel (ein Verbund der Clubs von Arlesheim, Allschwil und Uni) aus finanziellen Gründen aus der Nationalliga A. Nun steht Uni Basel wieder an der Schwelle zur höchsten Spielklasse.

Das Team von Spielertrainer Rémy Matthey de l’Etang hat die Qualifikation der NLB-Westgruppe auf dem ersten Rang abgeschlossen und trifft in den Aufstiegsspielen auf Ostgruppen-Sieger Uzwil. Am 31. März laden die Basler zum Hinspiel, am
1. April folgt das Rückspiel.

Nicht genung Geld für die NLA

Das Liebäugeln mit dem Aufstieg soll ein Flirt bleiben. «Teamintern haben wir uns gegen einen Aufstieg ausgesprochen, auch wenn wir gewinnen sollten», sagt Matthey de l’Etang. Doch es sei ein heikles Thema. Wer weiss, ob das letzte Wort schon gesprochen ist? Gegen einen Aufstieg sprechen vor allem die Finanzen.

«Wir hätten Mühe, genügend Geld für die NLA aufzutreiben», sagt der 41-jährige Spielertrainer. Um in der obersten Spielklasse bestehen zu können, wären zwei ausländische Verstärkungen notwendig. Dass Spitzenspielerinnen wie Sanya Herzig und Marion Gruber laut über eine Rückkehr zu Uni Basel nachdenken «ehrt sie zwar», wie Matthey de l’Etang sagt, «aber es würde nicht reichen. Vor allem bei den Männern brauchten wir Verstärkungen.»

Aufstieg erst nächstes Jahr

Gerade für aufstrebende Spieler wäre ein regionales Zugpferd in der NLA aber wichtig. Ansonsten halten sie Ausschau nach anderen Clubs. Matthey de l’Etang glaubt indes, dass die Zeit für einen Aufstieg in einem Jahr kommen könnte. Dann seien die Spieler reifer, und vielleicht existiert dann auch wieder eine regionale Zusammenarbeit im Raum Basel.

Gross ist die Enttäuschung beim Absteiger aus Arlesheim. Bereits vor den letzten Runden war die Chance auf den Ligaerhalt nur noch rein rechnerischer Natur. «Dass wir nun in die 1. Liga müssen ist schade, sehr schade», sagt Captain Marco Kunz. Seit 2007 spielte Arlesheim in der Nationalliga B. Zu Beginn der Saison wogen die Absenzen der Brüder Marco (Hochzeit) und Roman Kunz (Prüfungen) schwer. Doch allgemein sei das Niveau in der NLB höher geworden, glaubt der Captain. «Wir wussten von Anfang an, dass es eine schwierige Saison wird.»

Direkten Wiederaufstieg als Ziel

Nun ist man daran, ein 1.-Liga-Team zusammenzustellen. Bekannt ist, dass Sabrina Angehrn (Clubwechsel) und Christoph Bisig (Ausland) die Mannschaft verlassen. Laura Kühl und Lucas Frauchiger sind auf der Suche nach einem Engagement in der NLB. Sollte sich nichts ergeben, wollen sie in Arlesheim bleiben.

Zuzüge erhofft man sich vor allem bei den Frauen. «Männer haben wir genügend für die 1. Liga», sagt Kunz. Auch der 34-jährige Captain bleibt an Bord, gibt aber zu: «Natürlich ist die sportliche Herausforderung in der 1. Liga nicht mehr so gross. Deshalb streben wir auch den direkten Wiederaufstieg in die Nationalliga B an.»