Ironman

Die eisernen Drei: Die Geschwister Emmenegger gehen am Swissman-Triathlon an ihre Grenzen

Doris, Kurt und Sandra Emmenegger starten am Swissman-Triathlon.

Kurt, Doris und Sandra Emmeneger vom Tria Basilea stellen sich am Samstag am Swissman-Triathlon einer unfassbaren Herausforderung. Die sportlichen Geschwister wollen den Wettkampf in erster Linie geniessen.

Ein Ironman an sich ist schon eine gewaltige Herausforderung. 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und zum Abschluss ein Marathon: Das bringt den menschlichen Körper an seine Grenzen. Der Swissman-Triathlon setzt dem noch den Deckel drauf. Die Radstrecke führt über die Alpenpässe Gotthard, Furka und Grimsel, der Marathon endet auf der Kleinen Scheidegg. Insgesamt überwinden die Athleten über 5500 Höhenmeter. 250 auserwählte Athleten aus aller Welt nehmen jeweils am Swissman teil.

Den Namen Emmenegger findet man auf der heutigen Startliste gleich dreimal. Kurt, Doris und Sandra Emmenegger vom Tria Basilea stellen sich der Herausforderung zum ersten Mal. Warum tut man sich das an? «Der Wettkampf steht bei uns an zweiter Stelle, in erster Linie wollen wir die schöne Natur geniessen und uns einer neuen Herausforderung stellen. Das Erlebnis und das Abenteuer stehen bei uns im Vordergrund.»

Die Highlights des letztjährigen Swissman-Triathlon.

Ein Ironman stellt für die sportlichen Geschwister aus dem Baselbiet, die schon oder bald ein halbes Jahrhundert «jung» sind, denn auch kein Neuland dar. Sportlich aktiv sind alle drei schon immer gewesen: Während Sandra sich als Jugendliche in der Leichtathletik austobt und Doris viel mit dem Rad unterwegs ist, betätigt sich der Stammhalter im Fussball und Handball. Durch den Ehemann von Doris finden sie zum Triathlon. Oder um es mit den Worten des Ältesten zu sagen: «Ich hatte einfach die falschen Kollegen.»

Der Älteste wird überredet

Die Euphorie ist anfangs nicht bei allen gleich gross: «In Roth wollte ich nach 500 Meter Schwimmen bereits aufgeben», erinnert sich Doris zurück an ihr Ironman-Debüt. Sie beisst sich durch und übersteht das Rennen dennoch erfolgreich. Auch Kurt, der sich bereits ein Jahr vorher an die Langdistanz gewagt hatte, sagt sich noch am selben Abend seiner Premiere: «Das mache ich nie mehr.» Doch nur ein paar Tage später wendet sich das Blatt und der Erstgeborene entscheidet sich, weiterzumachen. Einzig Sandra surft auch während ihres ersten Langdistanz-Wettkampfes auf einer Euphoriewelle und weiss: «Das war nicht mein letzter Ironman.»

Und so war es dann auch. Fortan nehmen die Geschwister Emmenegger regelmässig an einem Ironman teil. Den letzten gemeinsamen Langdistanzwettkampf bestreiten sie vor drei Jahren in Zürich. Und nun steht am Samstag der Swissman an. Kurt wurde dabei von seinen Schwestern überredet, sich anzumelden. Weil die Anzahl Startplätze beschränkt ist, werden diese unter den Angemeldeten ausgelost. «Ehrlich gesagt, hatte ich nicht gehofft, ausgelost zu werden.» Als dann aber sowohl seine Schwestern als auch er selbst zu den Auserwählten gehören, weicht das Nichtwollen schnell der Vorfreude.

Geniessen steht im Vordergrund

Die Vorbereitung auf das nächste gemeinsame Rennen lief in den letzten Wochen auf Hochtouren. «Wir sind Spass-Trainierer und haben keinen gezielten Trainingsplan.» Was aber nicht heisst, dass sich der Aufwand in Grenzen hält. 10 bis 15 Stunden pro Woche werden ins Training gesteckt. «Mit dem Ziel vor Augen überwindet man auch eher mal den inneren Schweinehund und schwingt sich auch bei schlechterem Wetter auf den Sattel.»

Die Ziele für ihre erste Teilnahme am Swissman-Triathlon stecken die Geschwister bewusst tief. «Wir wollen das Rennen in erster Linie beenden. Und so gut wies geht geniessen.» Kann bei einer solchen sportlichen Höchstleistung wirklich noch von Geniessen die Rede sein? «Bei einem solchen Wettkampf bewegt man sich nicht konstant am Limit. Besonders auf der Radstrecke können wir uns also durchaus mal an der Bergwelt erfreuen. Und wenn die Schwimmstrecke überstanden ist, wird sowieso alles leichter.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1