Dank einer reifen Leistung, in welcher jeder Akteur seinen Teil zum Erfolg beitrug, kamen die Unterbaselbieter zu einem weiteren Auswärtssieg – dem bereits dritten Erfolg in der Fremde in dieser noch jungen Saison. Nur gerade im ersten Viertel gab es einige wenige Phasen, wo der Gast aus Birsfelden „rotierte“ (13:5 nach fünf Minuten). Ansonsten liessen sich die „Wings“ nicht aus dem Konzept bringen und lagen meist knapp in Führung.

So auch nach 30 Minuten, als der Gast mit 56:50 führte. Doch sechs Zähler sind im Bas­ketball keine Garantie. Und als nach 34 Minuten das Skore 63:60 lautete, musste man um das Deutschschweizer Aushängeschild bangen. Denn enge Matches im Tessin enden in der Regel mit einem Erfolg des Gastgebers… Doch die Starwings hatten einen Mann in Reihen, der prädestiniert ist, dereinst ein ganz Grosser seiner Zunft zu werden. Was Chris Jones (23, 188cm) zeigte, war riesiges Kino. Umsichtig im Aufbau, sicher am Ball und in den letzten fünf Minuten stets die richtigen Entscheidungen treffend, war Jones sogar eine Spur besser als Warren Niles (26). Massagno hat diesen smarten 197 Zentimeter grossen Amerikaner erst im Laufe des Novembers in der D-League (dem Unterhaus der NBA) ent­deckt – und seitdem sind die Tessiner um eine Klasse besser.

Seitens der „Wings“ verdient auch Darell Vinson ein Extralob. Was dieser Top-Athlet (seine Physis ist in der Nationalliga A unerreicht) unter den Brettern zeigte, war monströs… und auch der 211 Zentimeter grosse Jonas Bergstedt (einer der besten dänischen Basketballer überhaupt, der im Fokus von europäischen Topvereinen steht) prallte immer wieder an Vinson ab. 17 Rebounds (davon acht in der Offensive) und seine Rekordpunktzahl von 23 Zählern wurden seinem Namen als „Mister Double-Double“ mehr als gerecht.

Und weil in der Schlussphase Björn Schoo, mit 214 Zentimetern der längste Nationalliga-A-Spieler überhaupt, ein überwindbares Hindernis war, zeichnete sich bereits zwei Minu­ten vor der Endsirene ab, dass die „Wings“ einen feinen Sieg einfahren würden. Dass ges­tern Nachmittag Octavius Brown nicht mehr seine starken Leistungen aus den Matches in Boncourt und gegen Lugano wiederholen konnte, ist wohl der fehlenden Erfahrung dieses US-Profis geschuldet. Doch sein wichtiger (und einziger Dreier) im Endviertel war doch mitentscheidend, dass die Starwings in den letzten zehn Minuten ihr bestes Basketball zeigten. Hatte es vor einer Woche beim Sensationssieg gegen Lugano in den letzten vier Minuten ein sagenhaftes 20:2 für die Baselbieter gegeben, so lautete das Skore in den letzten sechs Minuten gegen den zweiten Luganeser Klub ebenso beeindruckend 19:7 für die Starwings.

Mit 12:4-Zählern liegen die Starwings mit an der Tabellenspitze. Das spricht für die Arbeit, welche Trainer und Mannschaft seit August leisten und abliefern. In dieser Woche stehen innert 40 Stunden gleich zwei hochkarätige Matches gegen Top-Teams an. Am Freitag­abend gastieren die Starwings bei den Les Lions de Genève, die ebenfalls zu den Titel- kandidaten zählen. Und am Sonntagnachmittag gastiert Titelhalter, Rekordmeister und Re­nommierklub Fribourg Olympic in der Sporthalle Birsfelden. Es könnte das Duell der bei­den Tabellenführer werden… was so surreal wäre, wie wenn der FC Vaduz und der FC Basel zusammen die Tabelle der Raiffeisen Super League anführen würden.

SAM Massagno – Starwings 70:79 (35:37)

Palamondo, Cadempino. - 450 Zuschauer. - SR: Clivaz/Pillet/Balletta.

Massagno: Magnani (2), Day (14), Bracelli (6), Niles (26), Bergstedt (15); Atwood (4), Appavou, Martino (3); Gianinazzi, Hüttenmoser, Mäusli, Veri.

Starwings: Jones (30!), Verga (2), Fuchs (13), Brown (5), Vinson (23); Hauri, Schoo (6), Sager, Herrmann; Pavlovic.

Bemerkungen: Massagno ohne Andjelkovic (verletzt). - Starwings ohne Carrara und Thélémarque (beide verletzt). - Viertelsresultate: 21:20, 14:17 (35:37); 15:19 (50:56) und 20:23. - Fouls: Massa­gno 18, Starwings 13. - Zu den besten Spielern wurden Niles und Jones (beide USA) gewählt!