Eidgenössisches Turnfest Aarau

Die fast makellose Titelverteidigung: Am Turnfest gelingt dem TV Riehen beinahe das Punktemaximum

Die Jugend des TV Riehen triumphiert sechs Jahre nach dem Sieg in Biel auch in Aarau.

Der TV Riehen triumphiert am Eidgenössischen Turnfest in Aarau beim Jugend-Vereinswettkampf und schrammt nur hauchdünn am Punktemaximum vorbei. Die Junioren brillieren am Wettkampf und sichern sich gar erneut den Turnfestsieg.

Winzige 0,03 Punkte fehlten den Riehener Juniorenturnern am Ende zum perfekten Resultat von 30,0 Zählern. Doch der Auftritt am Eidgenössischen Turnfest in Aarau ist perfekt genug: Souverän gelingt mit dem erturnten Skore die Titelverteidigung, die eigene Marke vom Festsieg in Biel vor sechs Jahren wurde gar übertrumpft.

Das Glanzresultat in der Königsdisziplin des Juniorenturnfests ist für Jugi-Leiter Fabian Benkler und seine Athleten der freudige Abschluss der Mission Titelverteidigung. «Bei meiner Amtsübernahme hat mir der frühere Jugi-Chef scherzhaft gesagt, dass ich eigentlich gar nichts Neues dazugewinnen könne in dieser neuen Position.

Dass es so toll gelaufen ist und dass wir unser Ziel erreichen konnten, macht mich nun natürlich umso glücklicher», zeigt sich der 28-Jährige im Telefongespräch nach dem Auftritt seiner Schützlinge erleichtert.

Alles akribisch geplant

Es ist ein Telefonat, das Benkler führt, während er und sein Betreuerstab die Jungathleten auf einer Wanderung durch den Aargau anführen: Der Tag nach dem Wettkampf und vor der Siegerehrung ist Badi-Tag. Auch diesen mussten Benkler und sein Trainerteam bereits im Vorfeld akribisch planen.

Nebst dem Sportlichen fallen für sie auch Aufgaben wie das Organisieren der Übernachtung auf dem Zeltplatz, die Einteilung der Athleten auf die diversen Disziplinen, das Gestalten von T-Shirts oder die Durchführung eines Elternabends an – bei knapp 100 Kindern entsteht ein nicht zu unterschätzender Arbeitsaufwand.

Das Training der Jugendlichen in den einzelnen Disziplinen ist da noch nicht miteinberechnet. Mehrere hundert Stunden hat alleine Benkler selbst in die Organisation investiert. Den grössten Druck habe er sich dabei selbst gemacht: «Ich hatte vor dem Turnfest einige schlaflose Nächte. Es gibt so viele entscheidende Details, die man in der Vorbereitung beachten muss und solche wie das Wetter, auf die man keinen Einfluss nehmen kann. Als es zählte, hat der ganze Verein aber eine tolle Winner-Mentalität gezeigt und den Titel souverän geholt. Das macht mich stolz.»

Mit Excel-Tabelle am Start

Dass der Jugi-Leiter stolz sein kann, ist der Verdienst seiner Junioren, die im Vereinswettkampf brillierten. In diesem treten Junioren aus den Altersklassen U10 bis U18 in diversen Disziplinen an, am Ende wird ein Mittelwert aus den erreichten Punktzahlen berechnet. «Unser Informatiker hat extra eine Excel-Tabelle programmiert, mit der wir unsere Gesamtnote ausrechnen konnten. Im Kopf kann man das höchstens grob überschlagen. Aber der genaue Schlüssel ist enorm kompliziert», erklärt Benkler.

Auf dem Programm standen etwa Weitsprung, Ballwurf oder Kugelstossen. Die Vereine können sich ihr Programm dabei weitgehend selbst zusammenstellen und aus etwa zwanzig Disziplinen von Ringturnen bis Steinwerfen selektionieren. «Das ist das Tolle an diesem Wettkampf: Man kann als Verein selbst seine Schwerpunkte setzen. So können sich Leichtathletik- mit Kunstturnvereinen messen», schwärmt Benkler.

Der TV Riehen als Leichtathletikverein setzt auf Disziplinen aus diesem Sektor – und belohnt sich mit einem Topresultat: «Wir hatten einige U18-Junioren dabei, die diese Disziplinen bis zu fünfmal pro Woche trainieren, was uns punktetechnisch zweifellos zu Gute kam. Aber auch die jüngeren Athleten haben alle einen super Job gemacht.»

Das Problem mit der Fahne

Als verdienten Lohn darf der TV Riehen also wie 2013 in Biel auf dem Podest die goldene Auszeichnung in Empfang nehmen. Damals war man vom Triumph etwas überrumpelt und hatte im Eifer des Gefechts nicht bemerkt, dass die Vereinsfahne den Motten zum Opfer gefallen und entsprechend durchlöchert war.

Damit es heuer nicht wieder so kommen würde, liess man eine neue anfertigen. Doch das Schicksal hatte andere Pläne: Bei der Abreise am Bahnhof verfing sich die Fahne in der Rolltreppe. Das Gewinde ging kaputt. So musste man also wiederum mit lädierter Fahne aufs Podest steigen. Wie die 0,03 Punkte, die zum Maximum fehlten, ist dieser Fleck im Reinheft einer, den man in Riehen angesichts des Festsiegs noch so gern hinnimmt.

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