Verstärkungen

Die FCB-Fans wünschen sich Transfers, doch Marco Streller will nichts überstürzen

Bislang hat der FC Basel nur sein Trainerteam verstärkt. Kommt der Verein dem Wunsch der Fans nach und verpflichtet auch noch Spieler für die erste Mannschaft?

Das Ergebnis der bz-Umfrage ist deutlich. 86 Prozent von mehr als 1000 Befragten sind der Meinung, dass der FC Basel Verstärkungen braucht. Und zwar auf dem Platz und nicht nur im Trainerstaff. Die bz-Leser wünschen sich vor allem auf zwei Positionen personelle Verstärkungen. 35 Prozent fordern einen neuen Innenverteidiger, 33 Prozent bevorzugen einen neuen Spielmacher. Es folgen Stossstürmer (12 Prozent), Aussenverteidiger (6 Prozent) und Flügelstürmer (6 Prozent). Im Tor und im defensiven Mittelfeld sehen die FCB-Fans keinen Handlungsbedarf. Auch FCB-Trainer Marcel Koller sollte nach Meinung der Fans bleiben. Nur 5 Prozent fordern, in der Winterpause einen neuen Cheftrainer zu holen.

Gerüchte um Johan Djourou

Noch bis zum 15. Februar können die Schweizer Super-League-Klubs Transfers tätigen. Während sich bei Leader YB mit den Abgängen von Sékou Sanogo (für rund 8 Millionen Franken zu Ittihad) und Leonardo Bertone (nach Amerika zu Cincinnati) und dem Neuzuzug von Gianluca Gaudino schon einiges getan hat, ist es in Basel bis jetzt sehr ruhig geblieben.

Lediglich die Gerüchteküche brodelt. Gestern vermeldete das Onlineportal «Transfermarket.com», dass «ein Wechsel von Johan Djourou zum FC Basel näher und näher rückt». Der 31-jährige Schweizer Internationale kommt beim italienischen Serie-A-Klub SPAL Ferrara nicht zum Zug und könnte dem FCB mit seiner Erfahrung und Grösse helfen.

Vorgestern berichtete die französische Sportzeitung «L’Equipe», der senegalesische Linksverteidiger Cheikh M’Bengue (30) von St-Etienne habe mit Basel und Köln zwei «konkrete Wechselmöglichkeiten». Und letzte Woche wurde der argentinische Innenverteidiger Alexander Barboza (23) von River Plate zusammen mit FCB-Offiziellen in Basel gesichtet. Bislang bleiben alle diese Meldungen Gerüchte.

Im Winter ist es schwieriger

FCB-Sportchef Marco Streller will nichts überstürzen. Er weiss, dass der Transfermarkt im Winter lange nicht so viel hergibt wie im Sommer. Trotzdem muss auch er schon heute an die kommende Saison denken. Dort ist die Innenverteidigung eine seiner grössten Baustellen. Eray Cömert hat sich zwar gut entwickelt, ist aber wie Marek Suchy, dessen Vertrag ausläuft, mit 1,83 Metern nicht besonders gross.

Eder Balanta ist noch zwei Zentimeter kleiner und zu verletzungsanfällig. 28 FCB-Spiele verpasste der Kolumbianer in den letzten zwei Jahren wegen acht unterschiedlicher Verletzungen. Der mit Kaufoption ausgeliehene Carlos Zambrano ist mit 1,85 Metern noch der Turm in der FCB-Verteidigung. Damit er im Sommer fest verpflichtet wird, müsste der Peruaner, der im Jahr 2018 nur eine einzige Minute auf dem Platz stand, aber schon eine gigantische Rückrunde hinlegen. Es bleiben noch die beiden jungen Talente Yves Kaiser und Konstantinos Dimitiou. Streller tut also gut daran, wenn er sich auf dieser Position nach Alternativen umschaut.

Eingewöhnungszeit tut manchmal gut

Gerade Spielern aus Südamerika könnte ein halbes Jahr Eingewöhnungszeit in Europa guttun. Doch Streller kann sich auch durchaus vorstellen, die Rückrunde ohne weitere Veränderungen im Kader anzugehen. Bis zum ersten Pflichtspiel im neuen Jahr – in dreieinhalb Wochen gegen GC – kehren auch Valentin Stocker, Eder Balanta und Marek Suchy von ihren Verletzungen zurück. Trainer Koller hat dann 29 Spieler im Kader. Viel Personal für maximal 21 Spiele. Neuzugänge würden eigentlich nur dann Sinn machen, wenn im Gegenzug auch Spieler den Verein verlassen.

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