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Die Festsieger-Krone im Visier: Itin gibt sich treffsicher

Der Baselbieter Roger Itin freut sich auf das 26. Kantonalschützenfest beider Basel unweit seiner Haustür.

Michael Schenk
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Walter Itin gehört zu den einheimischen Hoffnungsträgern.

Walter Itin gehört zu den einheimischen Hoffnungsträgern.

An den kommenden drei Wochenenden steht der Bezirk Arlesheim unter Feuer. Ein Kugelhagel wird vor allem die Gemeinden Aesch, Münchenstein und Muttenz erfassen. Nicht, weil man von Osten oder Westen her von feindlichen Gesellen angegriffen würde, nein, einfach weil das 26. Kantonalschützenfest beider Basel auf Programm steht. Rund 6000 Schützinnen und Schützen aus allen Landesteilen werden sich in die Feuerlinie begeben und versuchen, in diversen Gewehr- und Pistolen-Stichen möglichst viele Volltreffer auf die Zielscheibe zu knallen.

Einer von ihnen ist Roger Itin aus Thürnen. Vor fünf Jahren, als 2009 in Liestal das letzte Kantonale beider Basel stattfand, hat es der Vertreter der SG Sissach bis in den Königsausstich geschafft. Notabene mit dem Stutzer – dem Sportgewehr unter den Grosskaliber-Waffen also. Letztlich hatte es dem Elektromechaniker zum vierten Schlussrang gereicht. Dieses Ergebnis heuer zu toppen «wäre natürlich sehr schön», sagt Itin. Schliesslich habe er Wettkämpfe sehr gern und sei auch gerne gut klassiert.

Ein Fest für die Geselligkeit

Der 45-Jährige, der mit Lebenspartnerin und Sohn zusammen lebt, hat im Verlauf seiner Hobby-Schützen-Karriere schon etliches gewonnen. Nebst Bezirks- und Kantonalmeistertiteln, ist da auch eine Bronzemedaille an der Schweizer Meisterschaft im 2-Stellungsmatch (liegend, kniend) anno 2010. Im Vorjahr resultierte an selbiger Veranstaltung gar die silberne Auszeichnung. Itin lag am Ende des Programms punktgleich mit dem nachmaligen Gewinner an der Spitze. Die Anzahl Innenzehner gab schliesslich den Ausschlag. «Ich war trotzdem sehr zufrieden mit diesem Resultat», erinnert sich der Baselbieter. Damit hätte er seinerzeit nicht wirklich gerechnet. Umso treffsicher zu sein und es zu bleiben, übt Itin wöchentlich vier bis sechs Stunden. Mit dabei sind auch Zielübungen in der warmen Stube. Da wird freilich nicht auf Blumenvasen oder Mixer gefeuert, sondern man befestigt irgendwo eine Zielscheibe und tut so als ob. Ohne Kugel im Lauf, versteht sich.

Gold fehlt ihm noch

Während an Meisterschaften vorab die Ambitioniertesten der Gilde unter sich sind, trifft sich an einem Kantonalschützenfest sozusagen Krethi und Plethi. Auch die also, die ihre Büchse nur ab und zu aus dem Keller holen. Roger Itin wird sein Programm an seinem Heim-Kantonalen mit rund 30 Vereinskameraden von der SG Sissach absolvieren. «Die Geselligkeit und das Zusammensein mit Kameraden steht an so einem Fest an erster Stelle», räumt Itin ein. Notabene will beim post-Wettkampf-Bier natürlich jeder mit seinen Glanztaten «blöffen» und nicht von seinen Fehlschüssen referieren. In dem Sinn schiessen Ehrgeiz und Ansporn auch bei den Breitensportlern tüchtig mit.

Gewonnen hat Itin einen Festsieger- oder Königsausstich an einem Kantonalen noch nie. «Ein paar Mal war ich Zweiter und Dritter und so», brummelt es aus ihm raus. Aber Platz 1, das wäre noch einmal etwas Neues. Gekürt werden die Festsieger mit dem Sturm- und Sportgewehr am 14. September in Aesch.