Trotz Temperaturen um die 30 Grad legten beide Equipen vom Anpfiff weg los, als sei es ein Cupmatch, den es um jeden Preis zu gewinnen galt. So entwickelte sich ein für den neutralen Betrachter attraktives Spiel mit zusehends Chancen hüben wie drüben. Weniger Gefallen daran fanden die beiden Trainer, die so mehr als ihnen lieb war, korrigieren mussten.

In den Anfangsminuten verdankten es die Baslerinnen jedoch ihrer Torhüterin Nadine Böni, dass sie nicht in Rückstand gerieten. Böni glänzte gleich zweimal mit starken Paraden. Dann fand sich das Heimteam immer besser zurecht. Mehr und mehr tauchte man vor dem Tessiner Gehäuse auf, kam aber nicht zu zwingenden Chancen. Vanessa Hoti dachte sich dann wohl, dass wenn es mit Herausspielen nicht geht, dann vielleicht mit einem Schuss. Sie fasste sich ein Herz und schoss aus rund 23 Metern auf das Tor und erwischte so die etwas weit vor ihrem Tor stehende Lili Horn.

Tyara Buser (mitte) scheitert nur knapp an Torhüterin Lili Horn.

  

Reihenweise Chancen vergeben

Nicole Banecki, die ein grosses Laufpensum absolvierte, obwohl sie vor dem Anpfiff noch gepflegt werden musste, scheiterte danach zweimal an Luganos Goalie. Der Reihe nach scheiterten dann Tyara Buser, Lara Jenzer und Vanessa Peromingo in aussichtsreicher Position. Nach dem Seitenwechsel war das Heimteam tonangebend. Auf ein Zuspiel von Banecki in die Tiefe erhöhte Buser auf 2:0. Der Weg zu den ersten drei Punkten schien geebnet.

Doch nur zwei Minuten später verteidigte Basel einen Eckball nicht gut genug und Kristina Maksuti traf per Kopf zum Anschlusstreffer. Das war einerseits wie ein Signal für die Gäste, mehr zu machen, während Basel in der Defensive so auftrat, als sei man in Rückstand. In der 64. Minute brauchte es eine Glanzparade von Horn, um einen Treffer von Andrea Frei zu verhindern und danach schloss Peromingo einen Konter zu wenig kaltblütig ab.

Nicole Banecki setzt sich einmal mehr gegen Ana Cannone durch.

  

Abgeklärter sein – vorne wie hinten

Dafür schlug es dann auf der Gegenseite ein. Mikela Waldmann erwischte Böni mit einem exakt passenden Lobball zum Ausgleich. Dieselbe Spielerin der Gäste traf kurz vor Schluss gar noch zum Siegestreffer. Böni wehrte einen Schuss von Eliza Doll ab, doch die Baslerinnen reagierten zu langsam und Waldmann traf in der 89. Minute mitten ins Herz der Einheimischen.

Die Hitze forderte ihren Tribut, denn nicht nur wegen der Enttäuschung war es beim Auslaufen und auch danach ruhig. Allerdings hatten auch die Tessinerinnen wohl keine Kraftreserven mehr, denn auch bei ihnen fiel der Jubel über die drei Punkte verhalten aus. «Wir hätten keinen Grund gehabt, nervös zu werden, wurden das aber nach dem 2:0 doch. Selbst ein 2:2 wäre ja noch ok gewesen, aber wir konnten unserem Spiel keine Ruhe geben. Wir brauchen nicht nur in der Defensive mehr Abgeklärtheit, sondern auch vor dem gegnerischen Tor, wenn wir zu Möglichkeiten kommen», sprach Trainer Thomas Moritz Klartext.