Vor dem Saisonstart präsentierten sich die Frauen von Basel Regio voller Zuversicht. Der Verein vermeldete einen breiteren Kader, verstärkt mit einer Handvoll routinierter, ausländischer Neuzugänge. Das Saisonziel wurde mit Rang vier definiert. Was die vergangenen zwei Monate nun gebracht haben, war der reinste Horror.

Trainer Thomas Mathys beschrieb Meisterschaft, Schweizer Cup und Europacup als Tanz auf drei Hochzeiten. Mittlerweile ist diejenige namens «Schweizer Cup» vorzeitig zu Ende. Im Sechzehntelfinal war beim 1.-Ligisten Malters Endstation. Die Mannschaft, die letzte Saison im Cupfinal stand, unterlag dem klaren Aussenseiter mit 24:27. Der technische Verantwortliche Paul Scherb spricht Klartext: «Das war eine äusserst dramatische Niederlage, die wir nicht beschönigen wollen. Zurzeit funktioniert das gesamte Gefüge nicht.» Dies zeigen auch die unzufriedenstellenden Resultate in der SPL: Mit vier Punkten aus acht Spielen befindet sich Basel Regio auf dem letzten Platz.

Konflikt zwischen Trainer und Teammanager

Die Gründe für die Leistungsschwäche bei Basel Regio sind auf unterschiedliche Punkte zurückzuführen. Ganz klar überwiegen jedoch die Unruhen zwischen Coach Mathys und dem ehemaligen Teammanager Peter Sammarchi. Nachdem sich Sammarchi nach Meinung der Vereinsleitung zu stark in die Entscheidungen des Trainers einmischte, und so die Leistung der Spielerinnen negativ beeinflusste, wurde er vor zwei Wochen seiner Funktion entbunden.

Verletzungspech zur Unzeit

Aber dadurch wurde nicht alles sofort wieder gut. Denn Sammarchis Weggang hatte zur Folge, dass sich die Schwedin Sanne Backhed und die Polin Monika Pelka ebenfalls aus Basel verabschiedeten. Dazu kommen zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle. Im Startspiel verletzte sich Captain und Teamstütze Stephanie Mathys am Meniskus und fällt deshalb für die gesamte Saison aus. «Die aktuelle Situation ist für die Mannschaft und mich persönlich sehr schwierig», erklärt Mathys vor einem weiteren Arztbesuch. Sie will Basel Regio neben dem Feld als Medienverantwortliche und unterstützende Kraft helfen. Zu der Verletztenliste zählt neben Mathys und Redli neu auch Topskorerin Timea Mezei, die sich in der Freizeit verletzte.

Vorfreude auf Europacup

Präzis jetzt steht das eigentliche Highlight der diesjährigen Spielzeit vor der Tür: Am 10. November empfangen die Baslerinnen das kosovarische Team Pristina im Challenge Cup. «Die Vorfreude auf den Einsatz im Europacup ist trotz aller anderweitigen Sorgen im Verein bei allen riesig», sagt Trainer Mathys.

Das Saisonziel wurde logischerweise auf das Erreichen des sechsten Platzes und somit der Qualifikation für die Finalrunde heruntergeschraubt. «Das wäre wirklich toll, wenn wir das schaffen würden, doch es wird ein hartes Stück Arbeit», gibt sich Trainer Mathys realistisch. «Dazu muss das Team den Spirit und Zusammenhalt wieder auf das Feld rüberbringen», fährt er fort. Zusätzlich müssen einige Spielerinnen durch die Ausfälle und Abgänge lernen, mehr Verantwortung und teilweise auch neue Positionen zu übernehmen. Basel Regio muss sich auf den langen, beschwerlichen Weg raus aus der Krise begeben.