Der EHC Basel/KLH ohne Jörg Schaffner? Undenkbar. «Jögge» oder «Schnauz» wie der 58-Jährige genannt wird, ist längst eine Institution beim Farmteam der Basler Sharks. Die Garderobe in der Margarethen Halle mit ihrem Geruchsgemisch aus verschwitzen Hockeyausrüstungen und Deo ist sein zweites zu Hause. Schaffner ist «Mädchen für alles», wie er selbst sagt. Neben seinem Amt als Assistenztrainer des 1. Ligateams sucht er Sponsoren, steuerte bis vor zwei Jahren den Teambus und ist sich nicht zu schade, auch mal die Garderobe oder die Toiletten zu putzen,

Auslöser war eine Familientragödie

Im Alter von 13 Jahren stiess «Jögge» Schaffner zum Verein, der damals noch EHC Kleinhüningen hiess. Auslöser war eine Familientragödie. «Mein Vater ist gestorben und ich war unendlich traurig. Mein Cousin, der beim EHC Basel spielte, versuchte mich an der Beerdigung aufzuheitern, indem er versprach, mir seine Eishockeyausrüstung zu überlassen», erinnert sich Schaffner. Mit dieser Ausrüstung wagte er sich aufs Eis, nahm an Schülermeisterschaften teil und spielte sich in die Nachwuchsabteilung der Kleinhüninger. Mehrere Jahre wurde er danach an die erste Mannschaft des EHC Basel ausgeliehen. «Ich war aber nur ein Lückenfüller. Man konnte mich auf jeder Position einsetzen, aber wirklich gut war ich nicht. Sonst wäre ich nicht beim KLH geblieben», meint Schaffner lachend.

Von der 4. in die 2. Liga

1981 übernahm er das Amt des Spielertrainers bei den Kleinhüningern. 28 Jahre lang hatte Schaffner das Sagen und brachte das Team von der 4. in die 2. Liga. Gemeinsam mit seinen Jungs feierte er ausgelassene Aufstiegspartys, hatte aber auch schwierige Momente wie den den tödlichen Unfall von Captain Cyrill Flückiger im Jahr 2003 zu überstehen. Vor drei Jahren hat Schaffner sein Amt niedergelegt und ist seither Assistenzcoach von Reto Waldmeier. Gemeinsam haben sie das Team 2010 in die 1. Liga geführt.

In den 46 Jahren ist der Verein für Schaffner zu einer zweiten Familie geworden. Einer zweiten Familie, denn der 58-Jährige hat noch eine Familie neben dem Eisfeld, mit der er in Liestal wohnt. Auch sie liessen sich vom Eishockeyvirus anstecken. Ehefrau Ruth und Tochter Anja helfen im Verein und Sohn Sven spielt in der 2. Liga beim EHC Rheinfelden. «Würden sie meine Begeisterung fürs Eishockey nicht teilen und wären nicht bereit, oft auf mich zu verzichten, hätte das nie funktioniert», weiss Schaffner, der bei einer Tiefbaufirma als Lagerchef arbeitet.

Unzählige Stunden

Zwölf Stunden pro Woche investiert der gebürtige Basler in die Trainings seines Teams. Hinzu kommen die Matches am Wochenende. Über die Jahre haben sich unzählige Stunden angehäuft - alle ohne Entlöhnung. Lediglich Spesen gibts Ende Saison. «Aber die reicht nicht einmal, um die Natelrechnung zu begleichen», so Schaffner. Sein Lohn ist symbolischer Natur, doch das reicht ihm. Dass er an der letzten GV zum Ehrenmitglied des EHC Basel/KLH ernannt wurde, versteht Jörg Schaffner als Anerkennung und es motiviert ihn, seinem Verein weiterhin die Treue zu halten. «Ich werde so lange bleiben, bis sie mich nicht mehr wollen», sagt er.