Eishockey
Die Gebrüder Amsler teilen sich die Punkte in den Derbys «brüderlich»

Im ersten 2.-Liga-Derby behielt Zunzgen-Sissach mit Trainer Michael Amsler noch das bessere Ende für sich. Im Rückspiel setzt sich nun aber das von Christof Amsler gecoachte Laufen auf der KEB Eglisee mit 6:2 durch.

Fabian Kleeb
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Laufens Philipp Aeppli (links) bedankt sich beim jubelnden Adrian Laubacher für das perfekte Zuspiel zum 4:0.

Laufens Philipp Aeppli (links) bedankt sich beim jubelnden Adrian Laubacher für das perfekte Zuspiel zum 4:0.

Uwe Zinke

Die Brüder Michael und Christof Amsler würden lügen, falls sie sagen würden, dass die Duelle zwischen Zunzgen-Sissach und Laufen für sie etwas Alltägliches wären. Gegen das vom Bruder gecoachte Team anzutreten, ist mehr als aussergewöhnlich. Michael Amsler behielt in Laufen mit seinem Team etwas überraschend die Oberhand: In einem spektakulären Match triumphierte «ZS» mit 5:4. «An den Familienfesten war die persönliche Niederlage gegen meinen Bruder aber überhaupt kein Thema», blickt Laufen-Trainer Christof Amsler zurück.

Laufen top, Zunzgen-Sissach flop

Der Start ins Rückspiel wird ihn aber trotzdem beruhigt haben: Keine elf Minuten waren gespielt, da befand sich Laufen bereits mit 4:0 in Front. Einerseits stimmte in der Hintermannschaft von Zunzgen-Sissach wenig bis nichts, andererseits gelang es Laufen, das perfekte Drittel abzuliefern. Die Entscheidung im Rückspiel des Bruder-Duells schien früh gefallen.

Nach einem ereignisarmen zweiten Abschnitt, indem einzig Lukas Kamber den ersten «ZS»-Treffer markierte, kam zu Beginn des letzten Drittels in der Basler Eiseskälte doch noch etwas Spannung auf. 45 Sekunden waren absolviert, da traf Lukas Kamber zum zweiten Mal ins Netz. Wobei diese Formulierung falsch ist. Vielmehr schoss Kamber einen Laufner Verteidiger an, der die Scheibe unfreiwillig zum 2:4 über die eigene Linie beförderte.

«ZS» bremst Aufholjagd selber

In der Folge kam Zunzgen-Sissach zu weiteren Möglichkeiten, liess aber allesamt aus. «In dieser Phase nahmen wir viel zu viele Strafen», erklärte «ZS»-Trainer Michael Amsler nach der Partie. Die Laufner Kottmann und Henz sorgten in der Folge für die definitive Entscheidung im Baselbieter Derby.

«Wir verschenkten im ersten Drittel das ganze Match, in den folgenden 40 Minuten hielten wir mit und spielten Unentschieden», analysierte Michael Amsler. «Jetzt haben wir die Punkte in den Direktduellen wenigstens brüderlich aufgeteilt», fügt er mit einem Schmunzeln an.

Zunzgen-Sissach sehr nahe am Strich

Auch auf die Tabelle der 2. Liga hat das Duell der Brüder pikante Auswirkungen. Laufen scheint die Playoff-Qualifikation nicht mehr zu nehmen – mittlerweile hat das Team acht Punkte Reserve auf die Playout-Ränge. Für Zunzgen-Sissach spitzt sich die Lage hingegen weiter zu. Mickrige zwei Punkte trennen «ZS» von den ungeliebten Playout-Plätzen.

Christof Amsler glaubt aber an die Mannschaft seines Bruders und sagt: «Am schönsten wäre natürlich, wenn wir beide in die Playoffs kämen, und Koppigen und Brandis den Schwarzen Peter ziehen würden.» Nach Ende des zweiten Direktvergleichs gönnen sich die Gebrüder Amsler, die sich oft über die restlichen Gruppengegner austauschen, den gegenseitigen Erfolg in jeder Partie von vollstem Herzen.