Ein Derby ist immer etwas Besonderes. Für die NLB-Handballer des TV Birsfelden steht heute aber nicht irgendein Nachbarschaftsduell an: Es ist das lang ersehnte Aufeinandertreffen mit dem «grossen Bruder» RTV Basel. «Es war schon immer unser grosser Wunsch, einen Ernstkampf gegen Basel bestreiten zu dürfen», sagt Offensivspieler Luca Engler. Der 21-Jährige muss es wissen, denn er ist eines der vielen Eigengewächse im Kader des Aufsteigers. Und für Engler kommt dazu, dass er auf ehemalige Teamkollegen trifft, denn in der Saison 2012/2013 hatte er eine Doppellizenz und sammelte beim RTV erste NLB-Erfahrungen.

Fokus Ligaerhalt

Seit vergangener Saison konzentriert sich Engler nur noch auf seinen Stammverein – trotz einiger Angebote aus der zweithöchsten Schweizer Liga. Während er letztes Jahr seine Kräfte für den angepeilten Aufstieg einsetzen wollte, entschied sich das umworbene Talent in der aktuellen Saison aus folgenden Gründen für einen Verbleib: «Für mich machte es keinen Sinn, innerhalb der Liga zu wechseln. Beim TVB habe ich alles, was ich brauche. Ich spiele regelmässig, deshalb war es für mich nur logisch, in Birsfelden zu bleiben.»

Dabei war Engler klar, dass er mit dem Aufsteiger kaum um die vorderen Tabellenplätze mitspielen würde, die rote Laterne nach 13 Spielen entspricht aber natürlich nicht den Vorstellungen. «Wir haben eigentlich immer gut mitgespielt, sind dann aber in den letzten zehn Minuten untergegangen», erklärt der angehende Sport- und Biologielehrer, und ergänzt: «Da merkt man wohl die fehlende Erfahrung.» Die zumeist ansprechenden Leistungen erlaubten es dem Team aber, an den Klassenerhalt zu glauben.

Regionale Übersättigung?

Das Derby ist auch ein Aufeinandertreffen zweier ehemaliger Partnervereine. Birsfelden machte seinem Ruf als Ausbildungsverein alle Ehre, wovon der RTV profitieren konnte. Mit dem Aufstieg des TVB wurde diese Zusammenarbeit jedoch beendet und die ewig junge Frage wird wieder brandaktuell: Braucht die Region, ja erträgt sie drei Teams (RTV, TVB, Möhlin) in der NLB?

Die Tabelle – Birsfelden und Möhlin bilden das Tabellenende – plädiert derzeit für ein klares «Nein». Nicht nur für Engler wäre je ein Vertreter in der NLA, NLB und 1. Liga wohl die nachhaltigste Struktur. Heute aber zählen weder Strukturen noch die gemeinsame Vergangenheit. Für die Einen geht es um den Aufstieg, die anderen kämpfen um den Ligaerhalt – aber vor allem geht es für beide um eines: den Derbysieg.