American Football
Die Gladiators beider Basel ringen Barcelona nieder

Bei der Europaleague-Premiere der Basel Gladiators waren Nerven gefragt. Bei widrigem Wetter gewinnen die Schweizer gegen die Badalona Dracs aus Barcelona mit 24:21. Dabei war der Kicker der gefeierte Mann.

Nicolas Bieri
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American Football mit Basel Gladiators - Barcelona
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Die Anzahl Spieler im American Football ist wesentlich grösser als im Fussball.
Gladiators Nick Wanner (links) sucht die Lücke gegen die spanischen Verteidiger.
Gladiators Nr. 45 Alex Riekeles erzielt via Kick einen Punkt für Basel.
Kein Durchkommen für Gladiators Nr. 10 Raphael Roussis (mitte) gegen die Badalona-Verteidiger.
Gladiators Tom Mundy (links) kann den Touchdown von Eduardo Rodrigo Guzman Nuñez nicht verhindern.
Die Hauptschiedsrichterin erklärt via Stadionmikrofon Ihren Entscheide.
Gladiators Nr. 45 Alex Riekeles erzielt via Kick einen Punkt für Basel.
Kein Durchkommen für Gladiators Nick Wanner (mitte) gegen die spanischen Verteidiger.
Gladiators Nick Wanner (links) wird gleich von drei Verteidiger gestoppt.

American Football mit Basel Gladiators - Barcelona

Uwe Zinke

Noch zehn Sekunden stehen auf der Uhr. Die rund 500 Fans im Rankhof toben, als Kicker Alex Riekeles beim Stand von 21:21 das Spielfeld betritt. Nach drei erfolglosen Spielzügen bleibt rund 15 Yards vor der Endzone nur eine Möglichkeit: Entweder Riekeles Kick trifft ins Schwarze oder es geht in die Verlängerung. Riekeles ist bereit, läuft an. Plötzlich ist es totenstill im Rankhof. Und tatsächlich: Der Kick passiert die beiden Stangen und sichert den Gladiators die entscheidenden drei Punkte zum Sieg.

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte traten die Basler gestern in der European Football League (EFL) an. Für ganz nach oben, in die Big6-Europaleague, der Championsleague der Footballer, reicht es zwar noch nicht ganz, aber immerhin hat man sich durch starke Leistungen in den vergangenen Jahren ins internationale Geschäft hochgearbeitet. Und so heissen die Gegner eben nicht mehr Bern und Zürich sondern Barcelona und Amsterdam.

Glück auf Basler Seite

«Auf dem Video sehen sie schlagbar aus», zeigte sich Coach Dwayne Wood vor dem Spiel zuversichtlich. So ganz sicher sein, was auf sein Team zukommen wird, konnte er sich anhand eines einzigen Videos aber nicht. So erwischte die Nummer eins Barcelonas denn auch den besseren Start und ging mit dem ersten Angriff gleich in Führung. Im darauffolgenden Gladiators-Angriff liess sich Quarterback Nick Wanner den Ball gar aus der Hand schlagen und hatte mehr als Glück, dass die Referees die Aktion nicht als Fumble werteten. «Wenn der Ball am Boden liegt, ist es nie gut – ich glaube schon, dass wir da heute etwas Glück in Anspruch nehmen durften», gab auch Coach Wood zu.

Es entwickelte sich in der Folge eine wenig attraktive Partie, da sich beide Teams vor allem auf Laufspielzüge konzentrierten. «Bei diesem Kack-Wetter werden die Bälle schnell nass, da hat man keine Chance mit Pässen», rechtfertige Wood seine Taktik. Was sich auf dem Video noch als einigermassen schlagbar erwies, war am Ende eine ordentliche Knacknuss. «Sie hatten viele blitzschnelle, kleine Spieler zwischen die grossen Dicken platziert. Während wir mit den Dicken beschäftigt waren, konnten die Kleinen ein ums andere Mal hindurchschlüfpen.»

Schliesslich lief es darauf raus, wer im kühlen Nass dieses garstigen Nachmittags mehr Kraft aufbringen würde. Und das waren die Gladiators: «Wir haben Barcelona so lange bearbeitet, bis sie kein Benzin mehr hatten», sagte Wood. Die Dracs waren ohnehin nur mit 22 Mann angereist, so dass ein Grossteil der Spieler sowohl in der Offensive wie auch in der Defensive zum Einsatz kam, was gegen Ende merklich an den Kräften zehrte.

Jetzt gehts nach Amsterdam

Nach der aufregenden Schlussphase bedankten sich die Zuschauer mit einer Standing Ovation für den grossartigen Kampf ihrer Mannen. «Jetzt gehts auf nach Amsterdam – wenn wir da gewinnen, dann ist alles möglich», frohlockte Wood nach dem Spiel. Dann nämlich stünden die Gladiators im Finale um den EFL-Bowl. Es wäre die Krönung der 25-jährigen Vereinsgeschichte.

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