Fussball
Die Goalie-Geschwister mit der Lebensversicherung in den Genen

Sina Autino (FCB Frauen) und Nico Autino (SV Muttenz) bilden das wohl talentierteste Torhüter-Geschwisterduo der Region.

Fabian Sanginés
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Die Sicherheit liegt in der Familie: Das Torhüter-Geschwisterduo Nico und Sina Autino.

Die Sicherheit liegt in der Familie: Das Torhüter-Geschwisterduo Nico und Sina Autino.

ZVG

So richtig erklären können es beide zunächst nicht. Wie kommt es, dass mit Sina (22) und Nico (19) Autino gleich beide Geschwister sich im Fussball für die spezielle Position als Torhüter entschieden? Ein zweiter Blick bringt aber schnell die Antwort. Beide Eltern haben früher auch Fussball gespielt und beide sind schon zwischen den Pfosten gestanden. «Sogar der Grossvater war Torwart», sagt Nico lachend. Die Handschuhe wurden beiden quasi in die Wiege gelegt – und mit ihnen wohl das Talent.

Ein Mädchen, ein Junge, ein Talent

Sina spielt bei der Frauen-Mannschaft des FC Basel. Unlängst war die 22-Jährige an einem neuen Kapitel in der FCB-Geschichte beteiligt. Mit einigen Paraden verhalf Sina ihren Teamkolleginnen mit dem Cupsieg 2014 zum ersten Titel des FC-Basel-Frauenteams überhaupt. Angefangen hat die Sport- und Spanischstudentin beim Aargauer Dorfklub FC Wallbach. «Ich spielte zusammen mit den Jungs. Weil ich wohl die Einzige war, die keine Angst vor dem Ball hatte, wurde ich ins Tor gestellt», erinnert sich Sina.

Dieser Mut wurde mit den Transfers zu Concordia und 2009 zum grossen FC Basel und dem Cupsieg belohnt. Nico hingegen stand, wie es bei Jungs üblich ist, nicht nur zwischen den Pfosten: «In den D-Junioren hatte ich einen Besseren vor mir, weshalb ich ein einjähriges Gastspiel auf dem Feld hatte.» Auch für den KV-Lehrling ging die Rechnung nicht schlecht auf. Wie seine Schwester wechselte Nico zuerst zu «Congeli», bevor er in die U17 des FCB aufgenommen wurde.

Diverse Verletzungen warfen Nico immer wieder zurück, weshalb das Torhütertalent im Sommer 2013 von Basels U18 zum SV Muttenz in die 2. Liga interregional wechselte. Der 19-Jährige ergänzt: «Mein Arbeitgeber war immer sehr kulant und ich durfte bereits um 15 Uhr ins Training gehen. Die Morgentrainings habe ich aber natürlich verpasst, was im Vergleich zu anderen Spielern sicher kein Vorteil war.» Trotzdem traut ihm seine Schwester noch einiges zu: «Ich denke, die Challenge League liegt für Nico sicher drin.» Nico seinerseits würde sich über ein Nationalmannschafts-Aufgebot für Sina freuen. «Das hätte sie sich auf jeden Fall verdient.»

Der Reiz der Verantwortung

Beide Geschwister verbinden zum Torwartspiel die ähnliche Faszination. «Im Tor hat man eine riesige Verantwortung – diese zu übernehmen, motiviert mich», so Sina. «Diese Verantwortung ist schon ein spezieller Reiz. Dazu ist man als Torhüter mit ein paar ‹Big Saves› auch mal der Held», pflichtet ihr Bruder bei und ergänzt lachend: «Ausserdem wollte ich als Kind nicht so viel auf dem Feld rumspringen.» Als wäre es genetisch veranlagt, beschreiben sich beide gegenseitig als «sehr sicheren Torhüter, mit starken Reflexen» und «Perfektionisten», wobei, wie Nico augenzwinkernd anfügt: «Sina in Letzterem noch etwas schlimmer ist.»

Dasselbe Verletzungspech

Doch auch die Schattenseiten des Lebens verbinden die talentierten Goalie-Geschwister. Wie seine Schwester Sina vor einigen Jahren, verletzte sich Nico vergangenen Winter mit einem Kreuzbandriss schwer. «Natürlich war das sehr bitter und die Verletzung kam im dümmsten Moment. Aber Sina konnte mir einige Tipps geben und manchmal auch etwas die Angst nehmen», so Nico. Der ehrgeizige SVM-Torhüter hofft, noch in der Hinrunde sein Comeback geben zu können. Spätestens dann steht den Eltern wieder fussballbepackte Wochenenden vor der Türe – mit hitzigen «Sportpanorama-Diskussionen» am Sonntagabend vor dem Fernseher. «So ist es halt, wenn die Kinder Fussball spielen», lacht Sina und Nico ergänzt: «Wir sind schon beide stolz aufeinander. Aber ohne die Unterstützung von zu Hause wäre das alles gar nicht möglich – darüber sind wir sehr dankbar.»