Badminton

Die grosse Familie trifft sich zum Derby

Im NLB-Spitzenkampf schlägt Team Baselland den SC Uni Basel überraschend 5:3. Zwar gewann Uni Basel zum Schluss noch das dritte Männer-Einzel und das Mixed-Spiel, das reichte aber nur noch für Resultatkosmetik.

Nicht einmal alle Zuschauer waren sich sicher, welches Team sie anfeuern sollten: den erstplatzierten Sportclub Uni Basel oder das auf dem dritten Tabellenrang liegende Team Baselland. «Für wen bist du eigentlich?», fragte eine Zuschauerin den Vater von Rahel Mösch. «Ich bin einfach für Rahel», sagte der Papa lachend. Seine 19-jährige Tochter spielt zwar fürs Team Baselland, trainiert aber wie die meisten ihrer Teamkollegen auch beim NLB-Ligakonkurrenten Uni Basel.

Fast ein Heimspiel

Rahel Mösch startete mit ihrer Kollegin Delia Biedermann gut ins Frauen-Doppel gegen Christina Sandragesan/Daniela Lutz und bescherte dem Team Baselland den ersten Punkt. Weil es ihre männlichen Kollegen im ersten Doppel weniger gut machten, stand es 1:1. Urs Baumgartner, der zusammen mit Joshua Panier verloren hatte, meinte: «Ein 4:4-Endresultat liegt drin. Schliesslich ist es für uns auch fast ein bisschen ein Heimspiel, weil viele von uns regelmässig in dieser Halle trainieren und wir uns gut kennen.»

Die familiäre Atmosphäre zeigte sich nicht nur bei den fairen Spielen, sondern auch am Tisch inmitten der Zuschauerplätze. Gastgeber Uni Basel hatte Toast, Zopf, Fleisch und Käse aufgetischt. Zuschauer und Spieler trafen sich dort auf einen Schwatz – egal, ob von Uni Basel oder vom Team Baselland.

Kiko vor Überraschung

Derbystimmung kam auf, als das 16-jährige Talent Joshua «Joshy» Panier im ersten Männer-Einzel auf Christian «Kiko» Kirchmayr traf. Auch diese beiden kennen sich aus den Stützpunkttrainings in- und auswendig. Sie schenkten sich nichts, jagten einander von der einen in die andere Ecke. Lange schien es, als könnte Kiko die Überraschung schaffen. Doch in den entscheidenden Momenten flatterten die Nerven des 17-Jährigen. «So», pflegt der Schweizer U17-Meister Joshy nach schönen Punkten laut zu sagen, «so», sagte er auch nach seinem Dreisatzsieg gegen Kiko.

Vor den letzten zwei Spielen führte das Team Baselland vorentscheidend mit 5:1. Ein Erfolg für die drei Jahre alte Spielergemeinschaft der Klubs aus Bubendorf, Liestal und Pratteln. «Dass wir so gut spielen, ist erstaunlich und schön», sagt Urs Baumgartner. Er hatte mit einem eher überraschenden Dreisatzsieg in seinem Männer-Einzel geglänzt.

Verbleib auf dem 3. Rang

Zwar gewann Uni Basel zum Schluss noch das dritte Männer-Einzel und das Mixed-Spiel, das reichte aber nur für Resultatkosmetik. Nach der 3:5-Niederlage muss Uni Basel die Tabellenführung abgeben, das Team Baselland verbleibt auf dem 3. Rang.

Trotz des Siegs: Für Urs Baumgartner war das Derby gegen Uni Basel nichts Besonderes. «Man will gewinnen – wie immer. Speziell ist aber, dass viele Matches knapp entschieden wurden. Gegen andere Teams sind die Resultate jeweils eindeutiger.» Resultat hin oder her: Am Schluss sassen die Spieler beider Teams wieder bunt durchmischt auf den Rängen. Wie eine grosse Familie.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1