FC Basel

Die grossen Fragen nach dem grossen Sieg gegen YB

Drei Punkte gewonnen, nur noch einen Rückstand auf YB: Silvan Widmer (2. v.r.) und Arthur Cabral (ganz rechts) haben allen Grund zur Freude.

Drei Punkte gewonnen, nur noch einen Rückstand auf YB: Silvan Widmer (2. v.r.) und Arthur Cabral (ganz rechts) haben allen Grund zur Freude.

Der FC Basel hat am Sonntag das Spitzenspiel gegen YB mit 3:0 gewonnen. Was bedeutet dieser Sieg für die Beteiligten und die Zukunft?

Beeindruckend war es, wie der FC Basel die Berner Young Boys aus dem Joggeli geschossen hat. Mit Leidenschaft, Willen und Resolutheit. Dingen, die dem amtierenden Meister in diesem Spitzenspiel allesamt fehlten und so am Ende den Unterschied ausmachten. Während die Basler hellwach waren, schien es, als wären die Berner im Kopf noch bei den Baustellen vom Porto-Spiel. YB vergass dabei, sich auf die aktuellen, herandribbelnden Probleme in Form von FCB-Spielern zu konzentrieren.

So resultierte ein 3:0-Heimsieg des FCB, der erste Sieg gegen YB seit August 2016, ausgenommen des Sieges im Mai 2018, als die Berner bereits als Meister fest standen. So schön das Resultat und das damit verbundene Ausrufezeichen ist, so muss man es auch einordnen. Die bz beantwortet die wichtigsten Fragen.

1. Wie wichtig war dieser 3:0-Sieg für den FCB?

Sehr wichtig! Hätten die Basler am Sonntag verloren, wäre man nach 16 Runden bereits wieder sieben Zähler hinter dem Leader zurück gelegen. Die Stimmung wäre ins Negative gekippt und eine alles andere als besinnliche Winterpause vor der Tür gestanden. Aber auch ein Unentschieden wäre vorgestern zu wenig gewesen, wenn man die Tabelle anschaut. Dort wäre der FCB nämlich von den formstarken und ebenfalls siegreichen St. Gallern überholt worden.

Mit dem Basler Sieg aber beträgt der Rückstand auf YB nur noch ein Pünktchen, was auch im Hinblick darauf extrem positiv ist und Spannung birgt, dass der FCB am 25. Januar den Rückrundenbetrieb beim Gastspiel in Bern wieder aufnimmt.

2. Wie wegweisend ist der Sieg für den Liga-Verlauf?

Gar nicht so sehr, wie man denken möchte. Klar, hätte der FCB verloren, wäre die Einschätzung vielleicht etwas anders ausgefallen. Aber auch dann hätte man zurecht an das denken müssen, was die Exponenten der jeweiligen Clubs vor dem Spiel proklamierten: Es ist erst die 16. Runde. Es sind noch 20 weitere zu spielen und entsprechend viele Punkte zu vergeben. Entschieden ist sowohl mit einem Sieg als auch einer Niederlage nichts.

Es zeigt einzig auf, dass der FCB wieder näher an YB dran ist und die Berner wieder schlagen kann. Die beiden Teams auf Augenhöhe zu sehen, wäre verfrüht. YB fehlten sechs Spieler, die allesamt in der Startelf hätten stehen können. Basel höchstens drei. Es ist ein Ausrufezeichen und eine Botschaft an die gesamte Konkurrenz, ja. Aber mehr darf vor allem puncto Meisterschaftsrennen noch nicht in dieses Spiel interpretiert werden.

3. Wer sind die Gewinner und Verlierer?

Der grösste Gewinner auf dem Platz ist sicher Edon Zhegrova, der in einem so wichtigen Spiel endlich zeigen konnte, was er drauf hat. Omar Alderete hat einmal mehr seinen Wert unter Beweis gestellt. Arthur Cabral hat gezeigt, dass er FCB-Top-skorer Kemal Ademi problemlos ersetzen kann und Taulant Xhaka, wie wichtig er mit seinem Feuer für dieses Team ist. Auch wenn das bekannt ist, muss man es immer wieder betonen.

Zu den grössten Verlierern zählt Valentin Stocker. Der Captain wurde im Vergleich zu seinem Berner Pendant Fabian Lustenberger nicht vermisst. Auch ohne ihn gabs eine bärenstarke Leistung – wie schon beim 2:1 gegen Getafe zu Hause. Und natürlich ist auch Afimico Pululu nicht gerade ein Gewinner. Er wurde nach seiner Einwechslung kurz vor Schluss wieder ausgewechselt, offiziell weil er müde war. Inoffiziell aber heisst das: Er genügt einfach nicht.

4. Was bedeutet der Sieg für Marcel Koller?

Der Trainer freute sich nach dem Sieg ganz besonders, weil es auch für ihn der erste Sieg über YB ist, seit er am 2. August 2018 übernommen hat. Vor allem aber ist es auch ein Zeichen an seine Kritiker, wie er nach dem Spiel auch gleich selber sagte: «Es zeigt, dass wir Fussball spielen können, auch wenn es ab und zu mal kritische Stimmen gegeben hat.» Damit dürfte er auch auf den Auftritt des Präsidenten Bernhard Burgener letzter Woche angespielt haben, der meinte, man hinterfrage nach der «selbstgefälligen Leistung gegen Servette alles».

Jetzt aber hat Koller gezeigt, dass er sein Team gerade für solche Aufgaben bestens einstellen kann. Jetzt muss es nur auch noch dann klappen, wenn die Gegner eben Servette, Lugano oder Zürich heissen. Aber für den Moment herrscht von Seiten der Kritiker sicher erst einmal Ruhe. Zurecht.

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