Thomas Mathys hört gar nicht mehr auf. Es ist, als ob der Trainer der SG Basel Regio aus einem Medizinlexikon vorlesen würde. Von Kreuzbandriss über Ermüdungsbruch bis hin zu einfachen Stauchungen. Dabei sucht Mathys gar nicht nach Entschuldigungen, im Gegenteil. Mit der Qualifikation für die Finalrunde und dem damit früh sichergestellten Verbleib in der höchsten Spielklasse der Frauen ist das Saisonziel bereits erreicht. Der 46-jährige Trainer will einfach aufzeigen, was ohne die vielen Verletzungen noch alles dringelegen wäre.

Basel wäre gerne bei den Verfolgern

Tatsächlich scheint die Situation in der höchsten Liga vertrackt. An der Spitze zieht das Trio Zug, Brühl und Nottwil seine Kreise. Dahinter rangieren die Verfolger Winterthur und Uster, bei denen sich Siege und Niederlagen in etwa die Waage halten. Am Tabellenende steht das Duo Thun und GC Amicitia, welches gemeinsam auf drei Siege in 28 Spielen kommt. Basel wäre gerne bei den Verfolgern. Mit nur vier Siegen auf dem Konto distanziert es sich jedoch nicht weit von den zwei Teams unter dem Strich.

Addiert man aber die vielen Verletzungen, den Generationenwechsel im Vorfeld der erst zweiten Saison in der höchsten Spielklasse und registriert auch noch die undankbaren, knappen Niederlagen, dann spürt man, dass noch einiges an Potenzial in dem jungen Team schlummert.

Dazu bedeutet der sechste Rang eine Verbesserung zum letzten Jahr. Bislang mussten die Handballerinnen Ende Saison immer kämpfen. Sei es für den Aufstieg oder gegen den Abstieg.

Nun stehen sie in der Finalrunde und können befreit aufspielen. Eine ganz neue Situation. «Ich bin gespannt, wie die Spielerinnen darauf reagieren werden», sagt Mathys. Er erhofft sich positive Auswirkungen und gute Auftritte, bei denen er je nach Spielverlauf auch etwas experimentieren kann. Gleichzeitig ist er sich bewusst, dass er selbst am meisten gefordert ist, die Spielerinnen zu motivieren, da es für Basel in den zehn Finalrundenpartien nichts mehr zu gewinnen gibt.

Fokus auf Cup und Zukunft

Mathys’ Rezept basiert auf zwei Zutaten: Erstens steht das Team auch noch im Cup. Das erste Finalrundenspiel heute gegen Winterthur (20.30 Uhr, Rankhofhalle) ist ein Ernstkampftest, um im Cup-Viertelfinal gegen die zweite Mannschaft von Zug von Anfang an ein hohes Tempo anzuschlagen. Zweitens gilt der Fokus bereits dem nächsten Jahr. Kleinigkeiten hätten in dieser Saison oft den Ausschlag gegeben. An diesen Kleinigkeiten soll weiter gefeilt werden, damit 2013/14 vielleicht eine Überraschung möglich ist. Dann wird das junge Team wiederum ein Jahr reifer und erfahrener sein. Eine Entwicklung, die Mathys schon in dieser Saison beobachten konnte.

Basel will im nächsten Jahr als Verfolger das Toptrio ärgern. Und das Medizinlexikon soll im Regal bleiben.