Volleyball

Die Hoffnung auf ein Wunder: Sm'Aesch Pfeffingen trifft im Cupfinal auf Seriensieger Volero Zürich

Den Block von Volero zu passieren wird schwierig, weil sich Teamleaderin Anu Ennok am Knöchel verletzt hat und ausfällt.

Den Block von Volero zu passieren wird schwierig, weil sich Teamleaderin Anu Ennok am Knöchel verletzt hat und ausfällt.

Erstmals seit neun Jahren steht Sm’Aesch Pfeffingen wieder im Cupfinal. Gegen Volero Zürich befinden sich die Baslerinnen klar in der Aussenseiterrolle. Doch Sm'Aesch läuft mit der wohl stärksten Mannschaft seit Vereinsgründung auf – eine Überraschung ist möglich.

«Es wird wohl für einige meiner Spielerinnen ein einmaliges Erlebnis sein. Ob junge Schweizerin oder erfahrene Ausländerin, ist völlig egal. Ein Cupfinal ist in jeder Sportlerkarriere ein absolutes Highlight und wiederholt sich im Normalfall nicht alljährlich», sagt Sm’Aesch Pfeffingen-Head-Coach Timo Lippuner vor dem grossen Ereignis.

Für den erst seit dem 27. Januar 2000 bestehenden Verein aus dem Birseck ist die Teilnahme am Schweizer Cupfinal am Samstag (13.30 Uhr in Fribourg) erst die dritte der Vereinshistorie. Und wenig überraschend hiess der Gegner auch in den beiden ersten Ausmarchungen Volero Zürich. Im Jahr 2006 kam die eben erst in die Nationalliga A aufgestiegene Mannschaft beim 15:25, 10:25 und 14:25 in der Berner Wankdorfhalle ziemlich unter die Räder.

Schon etwas besser lief es nur zwei Jahre später, als die Baselbieterinnen den ersten Satz mit 25:22 zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Doch danach kannte das Zürcher Star-Ensemble keine Gnade und deklassierte das völlig überforderte Sm’Aesch Pfeffingen in der Folge mit 17:25, 5:25 und 16:25.

Der Traum vom Unmöglichen

Doch im Jahr 2017 wird die wohl bis anhin stärkste Sm’Aesch-Mannschaft seit der Vereinsgründung auf dem Platz stehen und die extrem motivierten Spielerinnen werden alles versuchen, um die Sensation, nein es wäre wohl sogar ein Wunder, zu schaffen und den seit nunmehr 179 Spielen auf nationaler Ebene ungeschlagenen Zürcherinnen (159 Meisterschaft und 20 Cupspiele) ein Schnippchen schlagen zu können.

Vereinspräsident Werner Schmid ist gewohnt optimistisch: «Im Cupfinal ist es nur ein Spiel und der Sieger holt den Pokal. Nicht wie in den Meisterschafts-Playoffs, wo man für den Titel gleich drei Spiele gewinnen müsste, um das schier Unmögliche möglich zu machen.» Eigentlich wäre alles angerichtet, doch im Playoff-Viertelfinal-Rückspiel vom letzten Samstag gegen Köniz verletzte sich beim Aussenseiter mit Anu Ennok eine der Teamleaderinnen am Knöchel und dürfte wohl für den Rest der Saison ausfallen.

«Wir müssen diesen sicherlich schwerwiegenden Ausfall wegstecken und mental bereit sein. Schliesslich besteht unser Kader nicht nur aus sieben Spielerinnen. Jetzt kann Rali (Ralitsa Vasileva, Anm. d. Red.) beweisen, dass sie bislang unter ihrem Wert gespielt hat. Ausserdem weiss sie von Anfang an, dass sie auf der Ennok-Position spielen muss. Und dass es die Angreiferin drauf hat, bewies sie in der letzten Saison bei unserem finnischen Europacup-Gegner Hämmenlinna mehrmals», sagt der Trainer vor dem Saison-Höhepunkt.

Dichtes Programm

Eine spezielle Vorbereitung auf das Spiel der Saison ist nicht vorgesehen. Der Terminkalender lässt nach dem Match nicht einmal das obligate gemeinsame Nachtessen zu. Direkt nach der Partie dislozieren die Sm’Aesch-Pfeffingen U23-Spielerinnen Madlaina Matter, Laura Künzler, Maja Storck, Samira Sulser und Alexandra Lorenz nach Lausanne, wo sie sich auf die am Sonntag stattfindende Qualifikation für das Schweizer-Meisterschafts-Final-Four-Turnier vom 29./30. April in Neuenburg vorbereiten werden.

Der Rest des Teams fährt zurück nach Aesch, weil schon am Mittwoch, in Rossemaille die erste Playoff-Halbfinalpartie gegen Hotel Cristal Franches Montagnes auf dem Programm steht und am Samstag dann das Rückspiel in der Löhrenackerhalle über die Bühne gehen wird.

Auch Volero geschwächt

Trotz des strengen Programms überwiegt die Vorfreude. So auch bei der brasilianischen Sm’Aesch-Capitaine Barbara Duarte: «Wir haben in der laufenden Saison bewiesen, dass wir gegen jeden Gegner bestehen können. Zudem hat auch Volero ein nicht zu unterschätzendes Problem. Mit meiner Landsfrau Fabiola fällt ihre Stammpasseuse aus und die Position der Zuspielerin ist nicht so einfach eins zu eins zu kompensieren.»

Egal wer am Samstag in Fribourg spielen wird und wer nicht, der krasse Aussenseiter aus Aesch wird mit der Unterstützung seiner mitreisenden Fans alles versuchen, um mit einem Erfolg ein Kapitel Schweizer Volleyball-Geschichte schreiben zu können.

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