Auf der Tartanbahn der Schützenmatte läuft sich eine Gruppe Nachwuchsathletinnen der Leichtathletik-Sektion der Old Boys warm. Dann führen sie Laufübungen mit Skippings, Knieheben und Anfersen aus. Währenddessen treffen der ehemalige OB-Präsident der LAS Thomas Müller, der langjährige Präsident des OB-Zentralvereins Bernhard Christen sowie Peter Haas, der Chef Leistungssport von Swiss Athletics, ins Stadion ein.

Man kennt sich

Kaum Zeit sich den Tribünen zu nähern, werden sie sogleich herzlich begrüsst, es wird gelacht und einige Worte gewechselt. Die Anwesenden sind freudig überrascht, die drei OB-ler im Klubrestaurant zu sehen. Normalerweise beschränken sich ihre Treffen auf die Zentralvorstand-Sitzungen von Swiss Athletics, die zwischen sechs bis zehn Mal pro Jahr auf der Geschäftsstelle in Bern stattfinden. Aber der Reihe nach.

Ehemaliger Hürdenläufer

Peter Haas war einer der erfolgreichsten Hürdenläufer des Landes. Sein Kantonalrekord von 49,89 Sekunden über 400 m Hürden steht seit 1979. Der 58-Jährige, der an den Olympischen Spielen in Moskau teilgenommen hat, trainierte Ende der 70er- und anfangs der 80er-Jahren bei den Old Boys unter den Fittichen seines Cousin und Hürdenkaderchefs Hansjörg Haas. Da gab es auch gemeinsame Trainings mit seinem Vereinskollegen und Hürdensprinter Bernhard Christen.

1981 zog Peter Haas beruflich dann nach Bern wo er seinerzeit als Nachfolger seine Cousins zum Kaderchef der 400-m-Hürdenläufer des Leichtathletik-Verbands berufen wurde. Damit begann seine Verbandstätigkeit, welche er heute in der vollamtlichen Tätigkeit als Chef Leistungssport von Swiss Athletics ausübt.

Auch wegen der gut betreuten OB-Hürdengruppe zog der Jüngste der drei OB-ler, Thomas Müller, nach Basel: «Ich habe ursprünglich beim LV Fricktal angefangen zu laufen, bin aber kurze Zeit später wegen Hansjörg gekommen», erklärt der 47-jährige Rechtsanwalt, der für Recht und Reglemente bei Swiss Athletics zuständig ist. Obwohl Müller erst zu Old Boys gestossen ist, als Haas und Christen sich aus dem Aktiv-Sport zurückgezogen haben, blieben sie fest Verbunden.

Ehrenamtliche Funktion

«Das Gemeinsame ist die Leidenschaft für die Leichtathletik. Ich schätze es, wenn jeder, der mit dem Sport aufhört, sein Know-how zurückgeben möchte», sagt Olympionike Haas. Das sei für Christen und Müller auch die Hauptmotivation gewesen, die ehrenamtliche Funktion im Zentralvorstand zu übernehmen. «Man nimmt die zeitintensive Arbeit nur in Kauf, wenn das Feuer brennt. Und mit Thomas und Peter macht das Spass», erklärt Christen und Müller fügt lachend an: «Wir haben uns halt schon immer Hürden in den Weg gestellt.»

Während sich der Chef Leistungssport mit seinen Athleten in den Vorbereitungen für die Leichtathletik Europameisterschaften 2014 befindet, sind die beiden Anwälte bereits beschäftigt, den finanziellen Rahmen für die Zeit danach zu planen. «Wir müssen schauen, dass wir aus dem Event in Zürich das Beste machen können», so der 57-Jährige Finanzchef Christen.

Doch obwohl Haas auf der operativen, Christen und Müller auf der strukturellen Seite des Verbands tätig sind, verfolgen alle mit Herzblut das Ziel, die Schweizer Leichtathletik soweit wie möglich nach vorne zu bringen. Sollten dabei Hürden im Wege stehen, haben die drei OB-ler sie fest im Griff.