Leichtathletik

Die Innenstadt als Laufarena – IWB Basel Marathon

Beim IWB Basel Marathon sorgten vor allem die Staffelrennen für Stimmung

Während vor der Bühne auf dem Marktplatz viele Läuferinnen und Läufer zum kollektiven Einwärmen zu Lady Gaga und Shakira mithüpfen, sitzt Kurt Stirnimann zufrieden mit seiner Frau an einem Tisch und schaut dem Treiben entspannt zu. Stolz zeigt er als Sieger die Medaille für den Zehn-Kilometer-Lauf bei den über 70-Jährigen.

Körperlich hatte der erfahrene Läufer überhaupt keine Probleme, wie er selber sagt. «Die grösste Anstrengung fand im Kopf statt. Viermal die Freie Strasse hoch ist schon heftig.» Auf der kurzen Schleife von 2,5 Kilometern über den Marktplatz, via Bankverein, über die Wettsteinbrücke und auf der Mittleren Brücke zurück war die Freie Strasse das Hindernis des Tages.

Stirnimann konnte das Heimspiel in der Stadt geniessen. «Ich kenne die Streckenabschnitte, die verschiedenen Plätze und Gebäude. Das ist natürlich wunderbar.» Gleich hinter ihm klassierte sich der Oberwiler Franz Studhalter.

Oben ohne und barfuss

In der Läuferszene ist er bekannt als jener harte Hund, der stets oben ohne und barfuss läuft. Die schwarzen Fusssohlen und die leicht blutenden Zehen gehören da halt dazu. «Ich spüre einfach ein Freiheitsgefühl, wenn ich barfuss laufe. Das ist seit Jahren mein Markenzeichen.»

Für die blutenden Zehen braucht der Oberwiler keine Sanität. Diese wäre aber schon früh morgens bereit. Für die komplizierten Fälle ist Anästhesist Roger Frey vor Ort.

Am meisten sorge er sich um nicht ganz austrainierte Sportlerinnen und Sportler, die nicht auf ihre persönlichen Grenzen hören und sie nicht respektieren. «Der Leistungsdruck ist heute schon grösser als früher. Das spüren wir auch bei der Sanität.»

Die meisten Besuche im Sanitätszelt betreffen Bagatellen wie leichte Schürfungen und Erschöpfungen. «Manchmal müssen wir halt auch mal nur gut zureden. Das Psychologische ist oft genauso wichtig wie das Körperliche. Das sind alles Menschen, keine Maschinen.»

Start und Ziel auf Marktplatz

Zum ersten Mal waren Start und Ziel des IWB Basel Marathon auf dem Marktplatz. Dort befand sich auch die Wechselzone für die Staffelrennen, den sogenannten Ekiden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Disziplin waren es auch, die auf dem Platz und entlang der Strecke – allen voran an der Freien Strasse – Stimmung garantierten.

Die Läuferinnen und Läufer auf der Strecke wurden von ihren Teamkolleginnen- und Kollegen lautstark angefeuert. «Hier auf der Geraden entlang des Marktplatzes ist man gleich 20 Sekunden schneller als sonst», scherzt Benjamin Steffen, der als Sportlehrer mit anderen Lehrpersonen, Schülerinnen und Schülern aus dem Gymnasium Bäumlihof als «Runners on the Storm» teilnahm.

Während Monaten haben sie zusammen trainiert, erzählt Schülerin Mia Baumgartner. «Der Marathon ist Teil eines Projekts, das wir zusammen in Angriff genommen haben.» Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler als Team sei etwas ganz Besonderes. Das empfand auch Mathematiklehrer Helmut Locher so.

«Laufen wird so zum Mannschaftssport. Man läuft nicht nur für sich, sondern auch für die Kolleginnen und Kollegen. Das treibt natürlich an.»

Mit dem Skateboard unterwegs

Der IWB Basel Marathon ist auch immer ein Schauplatz für spezielle Figuren. Die einen fallen mit ihrer Kleidung oder Frisur auf, andere wiederum mit ihrer aussergewöhnlichen Leistung.

Wie der Kanadier Chris Koch, der ohne Unterarme und Beine auf einem Skateboard die Zehn-Kilometer-Strecke absolvierte. Er sei auf einer Mission, erklärt er selber seine Leidenschaft, die ihn an Läufe auf der ganzen Welt bringt.

«Basel ist etwas ganz Spezielles. Entlang dieser historischen Gebäude, die bis zu 600 Jahre alt sind, das kenne ich aus Kanada nicht.» Auch für Chris Koch auf dem Skateboard stellte die Freie Strasse die Hauptschwierigkeit dar. Doch er nimmt die Anstrengung positiv. «Wo es bergauf geht, geht es auch wieder runter.»

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