Schweizer Cup

Die Klubverantwortlichen der BSC Old Boys hoffen auf 2000 Zuschauer

Der Basler Loic Limanaj im Kampf um den Ball beim Cup-Spiel gegen GC im August 2016.

Der Basler Loic Limanaj im Kampf um den Ball beim Cup-Spiel gegen GC im August 2016.

Die BSC Old Boys freuen sich nach einem grossen Aufwand auf das Duell gegen die Young Boys.

Nach drei Niederlagen zum Saisonstart haben die BSC Old Boys die Kurve gekriegt – und zwar zum rechten Zeitpunkt: Mit vier Spielen in Serie ohne Niederlage und dem Verlassen der Abstiegsränge ist das Team von Aziz Sayilir rechtzeitig bereit für den Cup-Sechzentelfinal von Sonntag, 17. September 2017 gegen die Young Boys.

Doch während es für die Spieler definitiv ein sportliches Highlight wird, können die Klubverantwortlichen kaum von finanziellem Profit träumen. «Nein, von Gewinn ist nicht zu sprechen», erklärt Geschäftsführer und Sportchef Rafet Öztürk. Allgemein erfreut sich der Basler Quartierklub, der bei Meisterschaftsspielen im Schnitt knapp 200 Zuschauer empfängt, kaum einem grossen Aufmarsch bei Cupspielen.

Bei der letztjährigen Partie gegen die Grasshoppers wurden noch einige Tickets an Junioren verschenkt, damit am Schluss 1000 Zuschauer anwesend waren. Die Partie endete jedoch mit einem Verlust von circa 23’000 Franken.

Problem: Die Sicherheitskosten. Sobald ein Super-League-Team antritt, sind klare Vorschriften vom Bund einzuhalten. «Immerhin kommt uns die Stadt Basel mit dem Erlassen der Personalkosten der Polizei entgegen, da sind wir sehr dankbar», sagt Öztürk, der jedoch auf hohe Ausgaben im Bereich Infrastruktur und privatem Sicherheitspersonal verweist.

«Am Schluss bräuchten wir rund 2000 verkaufte Tickets für eine schwarze Null.» Momentan sind die Old Boys erst bei der Hälfte: Rund 600 Tickets sind in Basel verkauft, deren 400 sind in Bern reserviert und dürften wegkommen. Die Einnahmen stehen im Schweizer Cup bis zum Viertelfinal vollumfänglich dem Heimteam zu.

Problem des Fussballgeschäfts

Nebst den Ticketverkäufen versuchten die Klubverantwortlichen mit Kleininseraten im Matchblatt Werbung zu machen und Einnahmen zu generieren, was besser lief als im letzten Jahr gegen die Grasshoppers.

Auch sei das Interesse aus Bern klar grösser wie bei den Zürchern, was Öztürk durch die Berichterstattung von lokalen Berner Radio- und TV-Sender zu spüren bekam. Dennoch ist im Verein ein grosser Mehraufwand für ein solches Cupspiel nötig.

«Wir haben nicht die Mechanismen einer Profimannschaft und haben das auch dank viel Freiwilligenarbeit hingekriegt», erklärt Öztürk. Der mangelnde Zuschauerandrang sei jedoch ein Problem des gesamten Fussballgeschäfts in der Schweiz. «Das Zuschauerinteresse ist auch in der Super League bei der Hälfte der Mannschaften überschaubar.»

Gelernt von den letzten Jahren

Immerhin spielen die Old Boys nach den Partien gegen FCB und GC bereits zum dritten Mal seit 2013 gegen einen Super-League-Klub, dazwischen gaben sich mit Lugano und Schaffhausen noch zwei Teams aus der zweithöchsten Schweizer Liga die Ehre auf der Schützenmatte.

Somit konnte Rafet Öztürk und der Vorstand bereits einige Erfahrungen in Bezug auf grosse Spiele sammeln. Und auch auf der sportlichen Seite spürt man «nicht mehr die ganz grosse Nervosität der Spieler.» Zudem wurden die Trainingseinheiten angepasst, so dass es nach dem YB-Spiel kein «Cup-Loch» geben soll, ein Phänomen, dass bei unterklassigen Teams nach grossen Partien oft eintritt.

Öztürks Ziel ist ein «mutiger Auftritt.» Wenn dann trotz einer Niederlage immerhin auch eine schwarze Null stehen würde, wäre das den Verantwortlichen der Old Boys sicherlich auch recht. 

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