Auch der letzte Gegner des Jahres konnte nicht lange gegen den Hünen aus Pratteln bestehen: Der Weissrusse Yuri Bihoutseu musste gegen Arnold Gjergjaj schon nach drei Runden mit einem Technischen K.o. aufgeben und somit dem Baselbieter zu seinem 14. Knockoutsieg im 20. Kampf gratulieren. In den ersten beiden Runden zeigte sich Arnold «The Cobra» Gjergjaj von der behutsamen Seite und lauerte auf seine Chancen. «Ich wollte mir Zeit lassen, abwarten und im richtigen Moment zuschlagen», erklärte der Prattler seine Taktik in den ersten Runden.

In der dritten Runde kam dann aber der finale Biss der Kobra: Nachdem Gjergjaj seinen Kontrahenten Bihoutseu das erste Mal zu Boden geschlagen hatte mit einem gezielten linken Haken, dauerte es nur wenige Sekunden nach Wiederaufnahme des Kampfes, bis der Weissrusse wieder umfiel. Bihoutseu stand zwar wieder auf und kämpfte weiter, aber war nicht mehr als eine leichte Beute für Gjergjaj. Schlussendlich beendete der Ringrichter den Kampf, weil der Weissrusse nicht einmal mehr wusste, wo sich seine Trainer befanden, und zuerst auf die falsche Ecke zusteuerte.

Gjergjaj war nach dem Kampf zufrieden mit seiner Leistung: «Ich hatte meinen Gegner unter Kontrolle und musste nur einen Treffer hinnehmen, den ich aber kaum spürte.» Auch habe er früh gewusst, dass der Kampf vorbei sei, wie der Schweizer mit kosovarischen Wurzeln meinte: «Ich schaute ihm in die Augen und sah, dass er schon weg war und mit den Gedanken ganz woanders.» Trainer Angelo Gallina war überrascht von der Performance seines Schützlings: «Arnold boxte heute intelligent, er macht gute Fortschritte als Boxer.»

«Weihnachten halbiert»

Und der Prattler musste einige Opfer für diesen Kampf erbringen. Am 24. Dezember, während andere schlemmten und Geschenke auspackten, trainierte der 28-Jährige mit seinem Trainer in Basel. Auch die Weihnachtsfeier mit der Familie musste im Schatten des Kampfes stehen. «Wir durften den Rhythmus nicht unterbrechen. So musste Arnold trotz der Feiertage um elf Uhr ins Bett und an der Ernährung festhalten. Sein Sozialleben und Weihnachten waren deshalb halbiert», erklärt Trainer Gallina die Opfer seines Boxers und hat deshalb auch nur grosses Lob für den Einsatz Gjergjajs. Nun solle sich aber die «Cobra» nach den fünf Kämpfen in diesem Jahr und dem 20. Sieg in Folge ausruhen und sich für das nächste Jahr vorbereiten, wie Gallina weiter meint. «Ich will mich nun in Physis und Ausdauer noch verbessern und mich nach ganz oben kämpfen und um Titel kämpfen.» Sein Trainer relativiert: «Es muss sportlich, gesundheitlich und finanziell vertretbar sein. Wir wollen jetzt auch noch an der Kondition arbeiten, damit wir auch über zwölf Runden boxen können. Ich muss die Vernunft von uns beiden sein.»