Es knisterte förmlich, als sich die Blicke Zarates und Arnold Gjergjajs während des obligaten Kräftemessens beim Wägen kreuzten. Noch vor dem eigentlichen Kampf strotzte der Argentinier vor grossem Selbstbewusstsein.

Während des Kampfes verflog dieses aber schneller als ihm lieb sein konnte. Ganze drei Mal musste er angezählt werden – und stand trotzdem immer wieder auf. «Es war ein emotionaler Kampf und Zarate war ein zäher Gegner», analysiert Gjergjajs Manager Angelo Gallina. Schlussendlich war gegen Arnold The Cobra Gjergjaj aber kein Kraut gewachsen. Der 29-Jährige setzte sich in der Siebten von acht Runden vor heimischem Publikum im Gran Casino Basel gegen den amtierenden südamerikanischen Meister Emilio Ezequiel Chiquito Zarate durch. Mit einem K.O. beendete er das Highlight des Kultur- und Boxanlasses «Boxeo» schlagartig. Es war dies bereits sein 18. Sieg durch einen K.O, was seine zukünftigen Gegner aufhorchen lassen wird. Doch damit nicht genug. Der Pratteler stieg bereits zum 24. Mal im 24. Profikampf als Sieger aus dem Ring und kann seine Weste lupenrein halten.

Auswahl ist klein

«Arnold hat einen Schritt nach vorne gemacht und gezeigt, dass er die Ausdauer hat, um über längere Zeit zu boxen. Zarate war ein unangenehmer und erfahrener Gegner», so Gallina. Dass sich die Auswahl der Gegner durch seine Erfolge immer schwieriger gestalten würde, war bereits im Vorfeld dieses Kampfes offensichtlich. Über 30 Boxer aus aller Welt wurden angefragt – die meisten sagten allerdings aus Angst vor einer drohenden Niederlage ab, hatten zu hohe Geldforderungen an den Veranstalter gestellt oder warten auf einen Titelkampf. «Die Auswahl wird immer kleiner. Mit Zarate haben wir einen Gegner gefunden, der in Reichweite liegt – sportlich, sowie finanziell», sagt Gallina. In Zukunft dürfte dies eine noch grössere Herausforderung darstellen, ist die Bilanz des besten Schwergewichts-Boxers der Schweiz doch beachtlich.

Noch genug Zeit

Aus diesem Grund ist die Marschrichtung für Manager Gallina klar: «Arnold muss sich nach vorne orientieren und sich Stück für Stück vorarbeiten. Dann kommt er in eine Zone, in welcher es attraktiv ist zu boxen.» Zurzeit steht Gjergjaj in Europa auf Platz 15. Weltweit befindet sich der Pratteler an 57. Stelle. Geht seine Serie in diesem Stil weiter, darf sich der 29-Jährige weiter Hoffnung auf einen WM-Kampf machen. Die besten Boxer der Welt sind zwischen 30 und 40 Jahre alt – es bleibt also noch Zeit, um den grossen Coup zu landen.