Basketball
Die längste Hoffnung der Schweiz

Der 211 cm grosse Roman Albrecht ist im Basketball bei den Starwings auf der Centerposition gesetzt.

Georges Küng
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bz Basellandschaftliche Zeitung

Wenn die Starwings heute (17.30 Uhr, St.Léonard) im Ligapokal beim Titelverteidiger und Rekordmeister Fribourg Olympic gastieren, steht im Stammquintett ein 20-jähriger Spieler, auf dem viele Hoffnungen ruhen. Geboren ist er am 2.Januar 1990 im zürcherischen Dielsdorf, aufgewachsen im aargauischen Neuenhof.

Mit 11 Jahren schloss er sich dem lokalen Turnverein an, der über eine Basket-Sektion verfügte. «Ich war als Kind schon immer grösser als die anderen, sodass es naheliegend war, Basketball zu spielen», so Albrecht. Vorgängig hatte er jedoch Turnen und Karate ausprobiert, doch «meine Grösse war für das Kunstturnen sicher nicht ideal», lacht Albrecht, der vorgestern an der militärischen Aushebung war.

Vom 13. bis zum 16.Altersjahr spielte Albrecht bei ABB Baden, bevor er vom A-Ligisten Boncourt (der damals zu den führenden Klubs der Schweiz gehörte) ins «Centre de formation» geholt wurde. Doch in der Ajoie wurde der damals schon über 2 Meter grosse Albrecht nicht glücklich, sodass er nach einem Jahr das Basketball-Internat verliess und sich dem BC Zürich anschloss.

Einsätze im Nationalliga-B-Team, bei den U20-Junioren sowie in der U18- und der U20-Nationalmannschaft führten dazu, dass der athletische Center in den Fokus der Spitzenklubs geriet.

Der Wechsel zu den Starwings erfolgte im Sommer 2009. Mitunter auch, weil der Aargauer hoffte, der damalige Trainer Patrick Koller würde ihn in «meiner Entwicklung einen Schritt vorwärts bringen». Sportlich verlief die vergangene Spielzeit für ihn und die «Sternenflügel» grandios – Roman Albrecht darf sich Schweizer Cupsieger 2010 nennen.

Seine Einsätze waren aber rar, denn mit dem Kroaten Nenad Delic, «Abräumer» Marcus Sloan (USA) und dessen Landsmann Jordan Hasquet verfügte das Arlesheim-Birsfelder Kombinat über ein Profi-Trio, das gesetzt war.

Lob vom Nationaltrainer

Heuer sieht die Situation gänzlich anders aus. Weil die Starwings in der Person des Amerikaners Alex Thompson (208 Zentimeter) nur noch über einen «Langen» verfügen, steht Roman Albrecht praktisch in jedem Spiel in der Stammfünf.

«Man hat mir vom ersten Tag an gesagt, dass ich gut Defense spielen muss. Nur über die Verteidigung würde ich eines Tages zu Nationalliga-A-Einsätzen kommen», erklärt Albrecht.

In der Tat konzentriert sich der längste Schweizer Basketballer darauf, seinen Gegenspieler – und dies sind ausländische Profispieler – so weit wie möglich in Schach zu halten. Im Angriff ist Albrecht (noch?) kein grosser Faktor. Zwei Punkte pro Match sind eine Ausbeute, die stark ausbaufähig ist.

Doch seine Gegenspieler sind da meist erfahrene Profis, die körperlich zumindest ebenbürtig sind. Der längste Spieler der Schweiz ist Sean Finn von Lugano (212 cm).

Nationaltrainer Sébastien Roduit hält grosse Stücke auf Roman Albrecht. «Einen Spieler von 211 Zentimetern kann man in der Schweiz nicht übersehen. Roman ist erst 20Jahre alt und ich arbeite gerne mit ihm. Er muss körperlich weiter zulegen und noch härter arbeiten. Er besitzt das Potenzial, um in jedem Spiel auf zehn Punkte und sechs Rebounds zu kommen», so der Walliser. Und erklärte im Saisonbuch der Starwings, dass «ich mir wünsche, dass Roman Albrecht in dieser Saison zu viel Spielzeit kommt». Zumindest diesen Wunsch haben die Starwings-Trainer dem Nationalcoach bisher erfüllt.