Augusta-Raurica-Lauf
Die Letzte wird die Erste sein

Maya Chollet und Nicolas Collas gewinnen den 51. Augusta-Raurica-Lauf.

Fabian Kern
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Augusta Raurica Lauf
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Augusta Raurica Lauf

bz Basellandschaftliche Zeitung

«Und nun kommen die beiden ersten Frauen ins Ziel», kündigte der Speaker des Augusta-Raurica-Laufs einen Endspurt um den Sieg bei der weiblichen Hauptkategorie an. Doch da hatte ihn wohl die strahlende Herbstsonne etwas geblendet, denn Maya Chollet gewann das Frauenrennen mit komfortablen 85 Sekunden Vorsprung auf die Maispracherin Bettina Steiger.

Für Chollet war dies eine doppelte Premiere. Die 23-jährige Langstreckenspezialistin nahm zum ersten Mal am Traditionslauf in Augst teil. Bereits bei Streckenhälfte lag die Waadtländerin in Führung und baute diese auf dem anspruchsvollen zweiten Teil mit dem Anstieg auf die Giebenacher Höhe noch aus. «Die Steigung hat mir am besten gefallen», verriet die Studentin strahlend. Weniger kam ihr entgegen, dass der Grossteil der Strecke auf Teer zu laufen war. Das tat ihrer Begeisterung für den Lauf aber keinen Abbruch: «Das war ein super Rennen.»

Der Superlativ wurde oft gebraucht an diesem prachtvollen Herbsttag. Die älteren Mitglieder des Läufervereins Baselland, der den Augusta-Raurica-Lauf zum 51.Mal durchführte, sprachen gar von den besten Bedingungen in der Geschichte des Anlasses. «Was die letzten 15 Jahre betrifft, kann ich das bestätigen», sagte Hansruedi Christen, «Wir hatten schon Schneefall.» Aufgrund der frühlingshaften Temperaturen durfte sich der OK-Präsident über 270 Nachmeldungen freuen, was eine Teilnehmerzahl von 650 ergab – sogar drei mehr als beim Jubiläumslauf vor einem Jahr.

Collas wiederholt Vorjahressieg

Etwas blieb aber gleich wie vor einem Jahr. Der Sieger bei den Männern hiess wiederum Nicolas Collas. Der 30-jährige Aescher liess seinen Konkurrenten keine Chance und überraschte mit seinem schnellen Auftauchen beim Ziel sogar fast die römischen Bläser, welche die Sieger mit ihren Klängen empfingen.

Diese standen dann jedoch bereit, um die siegreiche Frau zu ehren. Chollet ist sich das Siegen nicht gewohnt. «Am letzten Basler Stadtlauf wurde ich Letzte», erzählt die Blondine lächelnd. Nun triumphierte sie in Augst, obwohl sie in der vergangenen Woche kein einziges Lauftraining absolviert hatte. «Ich war nur Velofahren und Schwimmen», sagte die zierliche Läuferin aus Palézieux, die an der Universität Basel internationale Beziehungen studiert. Dieser Erfolg sei Trost für den Luzerner Halbmarathon, bei dem sie als Vierte knapp das Podest verpasst hatte.

Bescheidene Ziele für den Stadtlauf

Nun hat sie noch ein Ziel in diesem Jahr: den Basler Stadtlauf. «Ich habe eine Einladung für die Elite. Ich hoffe ich werde nicht wieder Letzte», sagte Chollet lachend. Allerdings ist die Romande nicht allzu zuversichtlich: «Der Stadtlauf ist einfach etwas zu kurz für mich.» Umso mehr freute sich die 23-Jährige über ihren unerwarteten Triumph in Augst.