Super League

Die letzten Worte von FCB-Trainer Marcel Koller vor Saisonstart

Endlich. Die neue Saison beginnt, Marcel Koller kann nach den Wirrungen um den Trainerposten wieder nach vorne blicken.

Endlich. Die neue Saison beginnt, Marcel Koller kann nach den Wirrungen um den Trainerposten wieder nach vorne blicken.

Der FC Basel startet am Freitagabend in Sion in die neue Saison. Einen Tag vorher erklärt Marcel Koller die Ziele für die neue Saison, wer dabei sein wird und wieso nicht mehr neue Spieler geholt wurden.

Es dauert fast dreissig Minuten, bis eine Frage zu Sion kommt. Was Marcel Koller vom ersten Gegner der neuen Saison erwartet, soll der FCB-Cheftrainer beantwortet. Er checkt seine Notizen, sagt, dass Sion sieben neue Spieler habe und man dabei schauen müsse, ob Valon Behrami fit sei. Viel mehr interessiert der morgige Gegner an der Pressekonferenz nicht. Es sind andere Fragen, die der FCB aktuell aufwirft.

Die Zukunft der überzähligen Spieler

Es sind beispielsweise Fragen nach dem Kader. Dieses umfasst noch immer 29 Spieler und damit vier mehr, als man im Kader haben möchte. Kurzfristig löst sich das Problem zumindest für das Sion-Spiel, bei dem mit Tician Tushi (Muskelverletzung an der Wade), Zdravko Kuzmanovic (Beckenverletzung) und Julian Vonmoos (Mandelentzündung) drei Spieler verletzt ausfallen. Aber dann gibt es immer noch die langfristigen, weitaus spannenderen Fragen. Denn die Zukunft von Geoffroy Serey Die beim FCB, beziehungsweise dass er keine mehr hat, ist offiziell noch immer nicht bestätigt. «Wenn er keinen Verein findet, hat er hier noch einen laufenden Vertrag, kann hier das Training aufnehmen und mittrainieren», erklärt Koller.

Als geklärt galt die Frage nach Carlos Zambrano. Oder doch nicht? «Bei ihm müssen wir besprechen, ob wir eine weitere Verpflichtung verfolgen wollen.» Nicht mehr weiter verfolgen will Koller den Weg mit Aldo Kalulu, auch wenn er das so nicht sagen möchte. Er stehe zur Verfügung, obschon er nicht einmal in den letzten beiden Testspielen im Kader war. «Da war er nicht vorgesehen», so die simple Erklärung. Dass er dies bei den Ernstkämpfen dann plötzlich sein wird, ist illusorisch. Sportchef Ruedi Zbinden bestätigte auch bereits, dass man eine Lösung für den Franzosen suche. 

Koller aber wollte sich bei diesen Themen nicht allzu gesprächig geben. Eben so wenig, wenn es um die neuen Systeme, die man spielen könnte, ging. «Darüber können wir diskutieren, wenn es losgeht.»

Wunsch nach besseren Testgegnern

Los, das geht es am Freitagabend in Sion. Um 20 Uhr ist Anpfiff, nach fünf Wochen Vorbereitung eine willkommene Abwechslung. «Ich freue mich», sagt Koller. «Es war eine gute Vorbereitung, es sind fast alle fit. Natürlich gibt es, wenn es wieder los geht, andere Probleme, weil man nur 11 Spieler aufstellen kann. Aber es ist grundsätzlich immer gut, wenn die Vorbereitung vorbei ist und man wieder Gas geben kann.»

Es war eine Vorbereitung, die an den Resultaten gemessen tatsächlich sehr gut war. Aber es war auch eine, die von Komplikationen bei der Organisation von Testspielen geprägt war und davon, dass man nicht gegen stärkere Gegner hat testen können - beispielsweise am Uhrencup - weil man das letzte Wochenende vor Saisonstart mit dem Jubiläumsfest verplant hatte. «Ich hätte gerne noch gegen stärkere Gegner gespielt», sagt Koller und offenbart ein bisschen Unmut.

Er streicht aber auch die positiven Effekte heraus. So habe man viele Tore schiessen können - 19 insgesamt - «und damit Selbstvertrauen tanken können.» Die grössere Effektivität sei denn auch eine der Ziele des FCB. «Wir hatten bereits letzte Saison viele Chancen, aber haben viele Tore nicht gemacht, die wir hätten machen müssen. Daran müssen wir arbeiten.» Dazu komme die defensive Stabilität, die man beibehalten wolle, sowie die individuelle Entwicklung jedes Spielers.

Ziel? Angriff!

Und was sind die Ziele, wenn es um die Rangierung in der Tabelle geht? «Ich weiss, auf was Sie in etwa heraus wollen», antwortete Koller. «Wir waren letzte Saison Zweiter mit 20 Punkten Rückstand. Das Ziel muss sein, das verkürzen zu können. YB ist aber klarer Favorit. Es ist unser Ziel, sie anzugreifen.»

Dass er dafür nur zwei neue Spieler bekommen hat, ist einerseits ein Vorteil, weil es Konstanz verspricht. Andererseits ist auch herauszuhören, dass die eine oder andere Verstärkung mehr nicht geschadet hätte. «Als Trainer ist man nie zufrieden. Aber es gibt Grenzen. Zum Beispiel dann, wenn der Präsident sagt, dass fertig und nicht mehr geht.»

Wie viel effektiv mit dieser Mannschaft geht, wird ab morgen zu sehen sein. Und vor allem am Dienstag, wenn mit PSV Eindhoven der erste richtig grosse Härtetest wartet.

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