Handball
Die Luft reichte nur für 48 Minuten

Der dezimierte RTV Basel unterliegt Wacker Thun zu Hause in einem umkämpften NLA-Spiel mit 27:31.

William Kong
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Kein Durchkommen

Kein Durchkommen

Solothurner Zeitung

Wacker-Trainer Martin Rubin nahm in der 46.Minute die Sache selber in die Hand. Die Berner Handball-Legende schnappte sich den Wischmob und wischte die Schweissflecken in seiner Coaching-Zone weg. Irgendwie brachte diese Reinigungsaktion mehr Ordnung ins Spiel seiner Thuner Schützlinge: Fortan hielt Wacker-Goalie Andreas Merz die eigentlich guten Würfe von Michel Gulbicki, Ruben Schelbert und Igor Stamenov. Und im Angriff machten die Thuner aus einem 24:26-Rückstand einen 29:26-Vorsprung.

Zu wenig abgeklärt

Zehn lange Minuten gelang den RTV-Handballern kein Tor, erst Schelbert verkürzte den eingehandelten Rückstand auf 27:29. Doch der Treffer fiel zu spät, die Mannschaft von Rubin hatte die Routine, den Vorsprung über die Zeit bringen – womit nach dem 1:3 des FC Basel gegen den FC Thun auch das zweite Städteduell an diesem Wochenende zugunsten der Berner Oberländer ausging.

Als Grund für die Niederlage gegen den Tabellenzweiten glichen sich die Erklärungen von Schelbert und RTV-Trainer Arno Ehret: eine ärgerliche Niederlage, zu wenig abgeklärt und eine zu schlechte Chancenauswertung sowie eine zu schmale Bank, um in der Endphase zusetzen zu können. «Ein Cairo Martinez kann noch nicht über 60 Minuten mithalten», so Ehret. Mit Adrian Studerus, Ivan Golubovic und Mischa Hofstetter war die Basler Auswechselbank dünn besetzt. Da hatte es Rubin komfortabler, der zwei Torhüter und zehn Feldspieler einsetzte – Letztere trugen mindestens einen Treffer zum Auswärtserfolg bei. Dabei hat der RTV Basel zurzeit kaum Möglichkeiten, sich auf dem Transfermarkt mit neuen Kräften zu verstärken.

«Das Vereinsdefizit beträgt immer noch etwa 250000 Franken», sagte Präsident Alex Ebi vor dem Spiel. Zwar seien der Spielbetrieb der ersten Mannschaft und die Auszahlung der Löhne gewährleistet, doch neue Sponsoren sind derzeit nicht in Sicht. Immerhin zeichnet sich die Rückkehr des verletzten Topskorers Tomislav Sladoljev ab: Nach seinen Adduktorenproblemen wird er heute das Training wieder aufnehmen können.