Wer bisher in der Sporthalle unter der Tribüne des Stadions Schützenmatte Stabhochsprung trainieren wollte, musste zuerst die zwölf alten Mattenelemente zusammensetzen. Das kostete Zeit. Rund 20 Minuten. Und weil die Matte keine Einheit war, verschoben sich die Teile immer wieder, mussten vor dem nächsten Sprung gerichtet werden – die Konzentration auf das Wesentliche litt.

Seit einigen Tagen ist das anders: Auf Anregung des vielfachen Stabhochsprung-Schweizer-Meisters Olivier Frey (Old Boys Basel) wurde eine Stabhochsprungmatte so eingebaut, dass sie in die Turnhallenwand versenkt ist und zum Gebrauch ganz einfach heruntergeklappt werden kann – wie ein riesiges Klappbett. Das geht schnell und spart Platz in der Halle. Und in der Seitenwand der Vertiefung wurden vier Röhren eingebaut, in denen die Athleten ihre Sprungstäbe versorgen können.

Marquis Richards strahlt übers ganze Gesicht. «So etwas gibt es vermutlich europaweit sonst nirgends», schwärmt er. Der 20-jährige Arlesheimer ist der ganz grosse Profiteur der Neuerung, die im Rahmen einer Hallensanierung realisiert werden konnte. Nach Abschluss seiner Lehre setzt Marquis Richards, der nach wie vor für den TV Arlesheim startet, nun voll auf den Sport. Er hat sein Arbeitspensum auf 50 Prozent reduziert und will sich im kommenden Jahr so weit verbessern, dass er 2013 die U23-Europameisterschaften und vielleicht sogar die Weltmeisterschaften in Moskau anpeilen kann. Und ein grosses Ziel ist natürlich die Teilnahme an den Heim-Europameisterschaften im Jahr 2014 in Zürich.

Der Traum vom Profileben

Auf diesem Weg ist die neue Hallen-Stabhochsprunganlage in Basel ein Glücksfall. Hier trainiert Richards unter der Regie des russischen Spitzentraines Anatoly Gordienko inzwischen zweimal pro Woche zusammen mit Olivier Frey, der eine weitere Freiluftsaison anhängt, und Renato Tacconi, der in Basel wohnt, aber nach wie vor für seinen Heimklub LC Brühl St. Gallen startet.

Hinzu kommt jeweils am Donnerstag ein nationales Stützpunkttraining in Magglingen, an dem auch der in der Schweiz lebende Amerikaner Mitch Greeley teilnehmen wird. Ergänzend dazu trainiert Richards mit den Arlesheimer Trainern Dieter und Gian Völlmin und träumt davon, einst vom Stabhochsprung leben zu können, den Sprung unter die Besten zu schaffen und Felix Böhnis Schweizer Rekord von 5,71 Metern zu knacken. Die bisherige Bestleistung von Marquis Richards liegt bei 5,31 Metern.