FC Basel
Die nächste Lücke wird geschlossen: Der FCB holt Innenverteidiger Pelmard von Nizza

Andy Pelmard kommt leihweise aus Nizza zum FC Basel. Nach den jüngsten Zuzügen dürfte der FCB nun vor allem Abgänge kommunizieren.

Céline Feller
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Andy Pelmard (links) im Duell mit Jordan Lotomba im Spiel Frankreichs gegen die Schweiz in der Qualifikation für die U21-EM.

Andy Pelmard (links) im Duell mit Jordan Lotomba im Spiel Frankreichs gegen die Schweiz in der Qualifikation für die U21-EM.

Bild: Keystone

Die blond gefärbten Haarspitzen stechen sofort heraus. Vor allem, weil sie einem jungen Mann gehören, der offiziell noch gar nicht beim FC Basel spielt. Und doch steht dieser junge Mann bei der Aufnahme des Mannschaftsfotos mittendrin. Gleich hinter Taulant Xhaka und Fabian Frei, an der Seite von Pajtim Kasami. Zu sehen ist dies im Vorstellungsvideo von Michael Lang vom Montag.

Wer schliesslich die vom FCB verbreiteten Aufnahmen mit den Berichten aus Frankreich addiert, kriegt in der Summe das Resultat, dass Andy Pelmard sich dem FCB anschliesst. Am gestrigen Dienstag bestätigt der Verein dann schliesslich den Transfer. Kurz nach 14 Uhr meldet der FCB, dass der 21-jährige Pelmard leihweise bis Sommer 2022 nach Basel wechseln wird. Der FCB besitzt ausserdem eine Option für eine definitive Übernahme des französischen Innenverteidigers.

Erfahrungen in der Ligue 1

«Mit Andy Pelmard verpflichtet der FCB einen jungen, sehr dynamischen Abwehrspieler, der vor allem durch seine Schnelligkeit, sein Spiel mit dem Ball und seine Aggressivität aufgefallen ist. Seine gelernte Position ist die des Innenverteidigers, dank seiner Polyvalenz ist er aber auf allen Positionen der Verteidigung einsetzbar», sagt Philipp Kaufmann, Kaderplaner beim FCB, über den Neuzugang.

Aber nicht nur das dürfte den FCB auf Pelmard aufmerksam gemacht haben. Denn der jüngste Neuzugang kommt von einer namhaften Adresse, dem OGC Nizza. In dessen Nachwuchsabteilung wechselte Pelmard mit 14. Seither hat er sämtliche Stufen durchlaufen. 2019 realisierte er den Sprung zu den Profis. Mit diesen kam er seither in der Ligue 1 auf insgesamt 33 Einsätze, 19 alleine in der vergangenen Saison. Auch in der Europa League sowie dem Coupe de France durfte Pelmard Erfahrungen sammeln.

Zu weiteren Erfahrungen will Pelmard nun in der Schweiz kommen. «Der FCB ist ein grossartiger und prestigereicher Klub mit tollen Fans. Der Verein hat schon sehr viel gewonnen und ist international bekannt, das hat mich gereizt», sagt er.

Für den Verein ist die Verpflichtung Pelmards die Schliessung einer weiteren Lücke. Denn während die Offensive in den vergangenen Wochen umgebaut und aufgewertet wurde, ist die Abwehr jetzt ebenso neugestaltet. Nach Nasser Djiga, Sergio López und Michael Lang ist Pelmard der vierte Neuzugang.

Er verstärkt die bislang – vor allem was die Erfahrung angeht – spärlich besetzte Innenverteidigung. Neben Pelmard, Djiga und dem eben erst von der EM zurückgekehrten Eray Cömert hat Trainer Patrick Rahmen dort eigentlich nur noch Gonçalo Cardoso zur Verfügung, welcher sein Talent bislang erst andeuten konnte. Auch daher hat Rahmen in der Vorbereitung oft mit Fabian Frei in der Innenverteidigung agiert.

Zu Beginn hat noch das Duo Frei/Cömert die Nase vorn

Auf Frei sowie aller Voraussicht nach Cömert dürfte die Besetzung in der Innenverteidigung auch im ersten Spiel des FCB hinauslaufen. Zwar erklärte Rahmen im Nachgang des letzten Testspiels gegen den HSV, dass Djiga nahe an der ersten Elf und weiter als gedacht sei. In diesen ersten, so wichtigen Partien, in denen der FCB um den Einzug in die Gruppenphase der Conference League spielt, dürfte Rahmen aber auf Erfahrung setzen.

Damit würden Djiga und vor allem auch Pelmard noch etwas mehr Zeit gewinnen, um sich einzuleben und im Falle von Pelmard das Team, den Staff und die Spielidee kennen zu lernen.

Nach Pelmards Zuzug sind beim FCB zunächst einmal keine Vakanzen mehr zu erkennen. Wenn, dann dürften Spieler den Verein verlassen. Weitere Zuzüge sind nicht zwingend, sofern beispielsweise Cömert nicht doch noch wechselt. Marseilles und Besiktas werden Interesse am Schweizer EM-Fahrer nachgesagt, konkret ist aktuell aber noch nichts.