Wenn sich jemand weltweit im Beachsoccer auskennt, dann ist es Angelo Schirinzi (41). Der Riehener mit Wohnsitz Frick und einer Nationalliga-Vergangenheit auf Rasen (FC Solothurn) meinte zu den Auftritten von Noël Ott bei der Spielrunde auf der Sportanlage St. Jakob: «Dieser Junge ist eine absolute Rakete». Er meinte damit die samstägliche Darbietung des Wettingers, der beim 6:2-Erfolg der Grasshoppers über die BSC Scorpions Basel gleich vier Tore erzielte.

GC ist der aktuelle Vize-Meister und will heuer dem Titelverteidiger BSC Sable Dancers Bern, die von Schirinzi als Spielertrainer angeführt werden, den Meisterkübel wieder entreissen. Die Zürcher schlugen am Sonntag Schlusslicht La Côte gleich mit 15:0. Ott eröffnete bereits nach 40 Sekunden den Torreigen – zuletzt hatte der Nationalspieler sagenhafte sieben Treffer erzielt.

Ott schlug ein

Einst war Ott ein hoffnungsvolles Rasentalent und spielte bei den Grasshoppers bis zur U16. Bereits mit 17 Jahren wechselte er zum Erstligisten FC Baden, spielte aber gleichzeitig bei den Havana Shots Aargau, wo er «wie eine Bombe einschlug», wie ältere Nationalmannschaftsspieler vielsagend erklären. Heuer arbeitet Ott in einem 70-Prozent-Pensum im kaufmännischen Bereich.

Die Schweizer Beachsoccer-Meisterschaft ist, zusammen mit jener von Russland und Italien, die stärkste in Europa. So spielen die «Hoppers» zeitweise mit zwei italienischen Nationalspielern und dem Nationalgoalie von der Ukraine. Meister Bern kann auf ein Quintett aus Tahiti zählen – diese Insel im Südpazifik, die politisch zu Französisch-Polynesien gehört, ist im Sandfussball kein Exote, sondern eine der weltbesten Nationen.

Gefragter Schweizer

Aber auch die Schweizer Nationalspieler sind gefragte Akteure. So fehlte Dejan Stankovic (28), der Spielertrainer der «Hoppers» in Basel, weil er am Wochenende in Russland bei CSKA Moskau engagiert war. Und Sandro Spaccarotella, der Toptransfer der BSC Chargers Baselland auf diese Spielzeit hin, konnte seinem Team nicht helfen, denn er war in Italien am Werk.

Dennoch kamen die Chargers gegen Neuchâtel Xamax zu einem 3:1-Arbeitssieg. Zweifacher Torschütze war Dominic McDougall, der Nationalspieler aus Trinidad & Tobago. In der Defensive räumte sein Landsmann Chad Appoo resolut auf. Im letzten Sonntagsspiel, das kurz vor dem Anpfiff der WM-Partie der Schweiz gegen Ecuador beendet war, siegten die Scorpions, einst Serienmeister, gegen Solothurn klar mit 6:1. Nationalspieler Moritz Jäggy und Florian Weber konnten sich dabei jeweils als dreifache Torschützen feiern lassen.

Cup-Final in Liestal

Nächster Höhepunkt in der Region wird am 8. August sein, wenn am Freitagabend in Liestal der Cup-Final stattfindet. Am Wochenende findet dann eine Doppelrunde statt. Es ist anzunehmen, dass bis dahin «die Rakete Ott» seine Führung im Torschützenklassement weiter ausgebaut hat.