Eishockey

Die Notbremse gezogen: Der EHC Laufen zieht sich zurück

Der langjährige Goalie Christoph Imhof verabschiedet sich mit Laufen aus der 2. Liga.

Der langjährige Goalie Christoph Imhof verabschiedet sich mit Laufen aus der 2. Liga.

Nach 20 Jahren ohne Unterbruch in der 2. Liga lösen die Hockeyaner des EHC Laufen ihre erste Mannschaft auf. Sportliche Ambitionen bleiben dennoch bestehen.

Geschäftsleitungsmitglied Andreas Neuschwander wurde die Aufgabe zuteil, die Meldung zu verbreiten – und es war ihm anzuhören, dass ihm das keinesfalls leichtfiel. «Wir haben uns diesen doch gravierenden Schritt nicht einfach gemacht. Die Sportkommission hatte unermüdlich daran gearbeitet, auf die neue Spielzeit ein Team aufs Eis zu bringen, das sportlich auch wieder Akzente setzen kann. Das gelang uns leider nicht.»

Neuschwander betont, dass dieser Entscheid die Konsequenz eines zuletzt schleichenden Prozesses sei. Spieler verliessen den Klub oder gaben den Rücktritt. Letzte Saison rutschte Laufen gerade noch in die Playoffs, kassierte gegen Zunzgen-Sissach, wie ein Jahr zuvor gegen Rheinfelden, jedoch drei Kanterniederlagen. Dieses Abschneiden in den Playoffs sehen viele aktuelle Spieler als Grund, dass es nicht mehr gelang, Verstärkungsspieler nach Laufen zu holen.

Hochbrisante Duelle sind nur noch Vergangenheit

«Wir konnten und wollten es uns nicht erlauben, an irgendwelche Schmerzgrenzen gehen zu müssen, um Spieler nach Laufen zu bekommen. Der Vorstand beschloss daher einstimmig, die Notbremse zu ziehen», erklärt Neuschwander. Das bedeutet, dass sich der EHC Laufen aus der 2. Liga zurückzieht.

Was dieser Schritt bedeutet, wird bewusst, wenn in die Geschichtsbücher geschaut wird. Am Ende der Spielzeit 1999/ 2000 stieg Laufen zum vierten und bisher letzten Mal in die 2. Liga auf. Trainer war Matthias Buser, der den noch vor dem Saisonstart entlassenen Jacques Mabillard kurzfristig ersetzte. 2007/08 holte sich Laufen unter Rolf Rieder/Walter Kamber den einzigen Zweitliga-Gruppensieg. 2014/15 kamen die Laufentaler unter «Boffi» Amsler bis in den Halbfinal, wo die Argovia Stars in drei hochbrisanten Spielen vor grossen Zuschauerkulissen knapp Endstation bedeuteten.

Verband wie Spieler beider betroffenen Teams wurden zuvor informiert. Seit Jahren arbeitet der EHC Laufen daran, guten Nachwuchs zu formen und baldmöglichst auch der ersten Mannschaft zuführen zu können. Noch brauche das aber Zeit, wie Andreas Neuschwander betont. Jetzt sei der Zeitpunkt jedoch gekommen, um mit dem Schritt zurück die Arbeit an der Basis voranzutreiben und junge Spieler behutsam einzubauen. Ein Grossteil des aufgelösten Kaders bleibe dem Verein erhalten und versuche mit dem Viertliga-Team, per sofort den Aufstieg in die 3. Liga zu realisieren. Der eine und andere Spieler wird den Klub verlassen. So etwa Leistungsträger Philipp Aeppli, der sich Zweitligist Altstadt Olten anschliesst.

Ob es mit dem Aufstieg in die 3. Liga klappt, wird sich zeigen. Konkurrenz ist vorhanden. Gerade Altstadt Olten hat ein sehr starkes Team mit zahlreichen Spielern, die aus der ersten Mannschaft wechselten. «Bei uns ist noch nicht klar, ob wir dann wirklich aufsteigen wollen. Sportlich sieht es aber auf jeden Fall gut aus, und wir streben den Gruppensieg an», meint Daniel Wyss, zuletzt Sportchef, jetzt ebenfalls eines der Mitglieder der zweiten Equipe.

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