FC Basel

Die offenen Fragen nach dem Ajeti-Abschied beim FCB

Ricky van Wolfswinkel und Albian Ajeti feiern das 2:1 gegen PSV von der Vorwoche.

Ricky van Wolfswinkel und Albian Ajeti feiern das 2:1 gegen PSV von der Vorwoche.

Die ungeklärte Nachfolge des Basler Topskorers Albian Ajeti schwebt wie ein weiterer böser Geist über der LASK-Niederlage vom Mittwochabend.

Als das Spiel abgepfiffen und die Hauptakteure vom Platz geschlichen waren, gab es viele Fragen nach dieser Partie zwischen dem FC Basel und dem LASK. Zum Beispiel, wieso Marcel Koller vom 4-1-4-1 abgewichen war. Oder wieso er Blas Riveros den Vorzug vor Taulant Xhaka gegeben hatte. Oder wie man innert acht Tagen sämtliche Energie, Zweikampfhärte, Effizienz und Leidenschaft verlieren kann. Über allem aber schwebte einer, der gar nicht da war: Albian Ajeti. Oder besser, die Fragen danach, wie dieses Spiel mit ihm ausgegangen wäre. Da war die Frage eines Fans auf Twitter nach rund 60 Minuten, ob er vielleicht schon ein Tor erzielt hätte. Und da war die Frage eines Journalisten im Pressecenter nach dem Spiel, ob und wie sehr man Albian Ajeti vermisst habe. «Das wissen wir nicht», quittierte Marcel Koller diese Fragen. Sie seien hypothetisch.

Das Nein zu einem Neuzugang

Die Fragen rund um Albian Ajeti oder besser darum, was nach dessen Abgang passiert, hörten auch gestern nicht auf, als der FCB seinen Weggang bestätigte. Im Zentrum steht die Frage, ob der FCB den abgewanderten Topskorer ersetzt. Es ist eine Frage, die mit einem ziemlich deutlichen «Nein» beantwortet werden kann. Vor rund eineinhalb Wochen erklärte Sportchef Ruedi Zbinden bei «Teleclub», dass man genau für den Fall, dass Ajeti gehen sollte, Afimico Pululu behalten habe.

Intern traut man dem 20-Jährigen zu, nach seiner positiven Entwicklung in seinem halben Jahr bei Xamax den nächsten Schritt zu machen. Pululu war es denn auch, der gegen den LASK gleich als Ajeti-Ersatz agierte.

Zwar sind die beiden FCB-Nachwuchsspieler ähnlich veranlagt – grosse Wasserverdrängung, starke Physis – aber bis Pululu auf dem Level Ajetis ist, braucht er noch viel Zeit. Zeit, welche die Basler insbesondere auf internationaler Ebene schlicht nicht haben. Nicht umsonst wird der Abschied Ajetis in Fankreisen mit dem Abschied aus dem Rennen für die Champions League gleichgesetzt. Einen wie Ajeti hat der FCB nicht im Kader. Das, obschon er mit Ricky van Wolfswinkel, Kemal Ademi, Noah Okafor, Julian Vonmoos, Tician Tushi und eben Pululu weitere sechs Stürmer im Kader hat.

Die Last von van Wolfswinkel

Für Tushi und Vonmoos gilt noch viel mehr als für Pululu, dass sie noch Zeit brauchen. Viel Zeit, weisen sie doch je nur einen Kurzeinsatz in der Super League auf. Okafor brachte gegen Linz zwar Schwung, sucht sonst aber seit Saisonstart nach seiner Form und kommt meist auf dem Flügel zum Einsatz. Dort sieht Koller auch van Wolfswinkel. Der Holländer dürfte aber neben Ademi der Mann sein, der die Tore liefern muss, die durch Ajetis Abgang nun fehlen.

Nur: Van Wolfswinkel musste am Mittwochabend mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Und die Effizienz in Person war er zuletzt auch nicht. Hinzu kommt, dass er kein Box-Stürmer ist wie Ajeti, sondern viele Wege geht und deshalb oft dort fehlt oder ausgepowert ist, wo es ihn braucht: vor dem Tor. Mit Ademi hätte der FCB einen Strafraumstürmer. Einen aber, der noch beweisen muss, wie regelmässig er treffen kann – und wie verletzungsresistent er sein kann.

Die Basler werden ihr Spiel anpassen müssen, das zuletzt stark auf Ajeti ausgelegt war. Doch auch wenn das gelingt, werden die Fragen nicht verstummen, ob sein Abgang schon in diesem Sommer wirklich zwingend nötig war.

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