Und das zu einem Zeitpunkt, in denen es den Old Boys wieder etwas schlechter lief (nur ein Punkt aus den letzten zwei Spielen). Die Rapperswiler haben unter anderem Akteure wie den ex-GC-Spieler (und Baselbieter) Carlos da Silva oder sogar den ex-Chelsea-Junior und langjährigen Super-League-Akteur Jonas Elmer im Team. Und die St. Galler schienen ihrer Favoritenrolle früh gerecht zu werden, denn Al Abbadie nutzte nach einer Viertelstunde einen Pass, der durch die Mitte an Freund und Feind vorbei ging, und schoss aus fünf Metern das 1:0.

Die OB-Abwehr sah dabei nicht besonders gut aus. Das Spiel war danach ausgeglichen, mit Chancen auf beiden Seiten und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte erzielte Karim Barry das verdiente 1:1; er schlenzte den Ball nach einem Hackenpass von Florian Müller in die weite hohe Ecke – eine tolles Tor.

Und eventuell auch der Genickbruch der Rapperswiler, denn kurz nach Wiederanpfiff war es Pascal Rietmann, der ein schönes Zuspiel von Kapitän Onur Akbulut alleinstehend vor dem Tor eiskalt verwertete. «Es war gestern sowohl spielerisch als auch läuferisch eine klare Leistungssteigerung gegenüber den letzten Partien.»

«Keine Aufstiegsambitionen»

«Rappi» kam nicht mehr zum Ausgleich, somit blieb es beim überraschenden 1:2-Auswärtserfolg der Gelbschwarzen. Auch für den Siegestorschützen Pascal Rietmann ein wichtiger Sieg. Er findet nach zweijährigem Spielunterbruch (Studium in Schweden) immer mehr zur alten Stärke zurück: «Ich spüre langsam, dass es nach durchzogenem Start besser geht.»

Einzig seine Torausbeute von zwei Treffern will der Ökonom noch verbessern. Mit 24 Punkten aus 14 Spielen fehlen den Old Boys nur noch sieben Zähler, um die letztjährige Leistung nach der gesamten Spielzeit zu egalisieren. Damals hatte der Quartierklub den Klassenerhalt noch ganz kurz vor Schluss knapp geschafft. Ob die diesjährigen Ziele nun höher gesteckt werden? Pascal Rietmann meint schmunzelnd: «Wir wollen möglichst lange vorne mitmischen, aber Aufstiegsambitionen haben wir keine.»