Der dritte Rang zur Winterpause war lange Zeit eine Last für die Old Boys. Die Diskussionen über einen möglichen Aufstieg in die Challenge League führten zu einer Pressekonferenz Ende Januar, in welcher die Option des Aufstiegs sogar genannt wurde. Diese Nebengeräusche waren dann bei Wiederaufnahme der Meisterschaft spürbar: Die ersten drei Partien des Jahres gingen verloren, OB verlor den Anschluss an die Spitze. «Wir spielen am Besten ohne Druck», erklärt Vize-Kapitän Florian Müller, «die Aufstiegsdebatte war nicht gut, allerdings wurde diese auch stark von aussen geprägt und nicht vom Verein.» Vor rund zwei Wochen hat die Klubleitung dann auch definitiv einer möglichen Promotion in die Challenge League den Riegel aufgesetzt und seither lautet das Ziel Top 4 (ohne U21-Teams), um sich direkt für den Schweizer Cup zu qualifizieren. Mit positiven Folgen: Im April haben die Old Boys erst eine Partie (aus fünf) verloren und auch gegen Tuggen trat der Basler Quartierklub äussert souverän und vor allem befreit auf.

«Zwei glückliche Tore»

Dies zeigt sich am Spielverlauf: Der Schwyzer Gast war zu Beginn das bessere Team und hatte einige Chancen. Dennoch stand es nach einer halben Stunde 2:0 für die Old Boys. So wie dies bei einem Spitzenteam oftmals der Fall ist, kam OB ohne grossen Aufwand zum Erfolg. Zuerst war es Mickaël Feghoul, der zum 1:0 traf. Er nutzte ein schönes Zuspiel von Mergim Ahmeti, der einen unglücklichen Klärungsversuch von Tuggen-Keeper Waldvogel abfing. Kurz darauf traf Müller im Stile eines Knipsers aus kurzer Distanz, diesmal kam die Vorarbeit von Feghoul – wieder sah Waldvogel nicht gut aus. «Diese zwei glücklichen Tore lenkten das Spiel für uns in die richtigen Bahnen», erklärte Müller. Der Höhepunkt aus OB-Sicht dann das 3:0 kurz vor Schluss des Spiels: Torhüter Ramseyer schlug einen weiten Auskick, den Müller mit einer Ballberührung aus rund 20 Metern ins gegnerische Tor lobte.

Unnötiges Gegentor und schwache Chancenverwertung

Doch nicht alles war gut an diesem regnerischen Nachmittag auf der Schützenmatte. Die Old Boys hätten den Sack viel früher zumachen müssen. Die sonst starken Feghoul und Barry hatten jeweils gute Gelegenheiten und auch der eingewechselte Mbarga hatte die Möglichkeit noch ein Tor zu erzielen. Handkehrum kassierte OB noch einen unnötigen Treffer per direktem Eckball, bei welchem Sven Ramseyer das einzige Mal in der Partie nicht besonders gut aussah. Dennoch war die Gesamtleistung des Teams stark: Trotz der Abwesenheit einiger wichtiger Spieler wie Onur Akbulut oder Chad Bartlomé und auch der Nichtberücksichtigung von Muhamed Demiri für die Startelf, spielten die Old Boys den Sieg locker nach Hause. Nun gilt es noch die fünf Punkte Vorsprung auf Rapperswil zu bewahren und den Top 5 Platz zu verteidigen. Mit einem Auftritt wie gegen Tuggen sollte dies möglich sein.