Was wurde nicht alles über die Old Boys gesagt und geschrieben: Viele Spieler sollten den Quartierklub auf Grund schlechterer Verträge verlassen und es gäbe viele Rotationen. Nichts von all dem ist wirklich eingetreten, auch wenn das Budget noch ein wenig reduziert wurde.

Die grösste Rochade gibt es an der Seitenlinie: Samir Tabakovic übernimmt nach zuletzt fast vier Jahren bei den Black Stars das Amt von Vorgänger Marco Chiarelli. Tabakovic war ursprünglich als Assistenztrainer vorgesehen, wurde aber schnell zum Cheftrainer befördert, da Chiarelli die nötigen Trainerpapiere noch nicht hat.

Wie schlägt sich der Trainer?

Der 47-jährige ex-FCB-Spieler ist sicher ein erfahrener Trainer, allerdings hat er noch nie auf derart hohem Niveau trainiert. Zudem darf man gespannt sein, wie Tabakovic mit den vielen jungen Spielern umgehen wird.

Bei den Black Stars konnte der Bosnier vermehrt auf gestandene Regionalfussballer zählen, bei Concordia Basel in der Saison 2010/11 scheiterte er mit einem sehr jungen Team kläglich. Trotzdem dürfte die Einstellung des Uefa-Pro-Lizenzhalters eine Bereicherung für die Basler sein.

Einige Transfers, wenig «Namen»

Goalie Steven Oberle ist sicher der schwerwiegendste Abgang. Oberle spielte zwei gute Saisons in Gelbschwarz und wurde mit dem jungen Sandro Keller (von Liestal) und Danko Savanovic (Concordia Basel) kaum adäquat ersetzt. Sportchef Rafet Öztürk erklärte letzte Woche jedoch, dass eine weitere Verstärkung auf der Goalieposition möglich sei.

Mit Vincent Leuthard und Pascal Rietmann kehren zwei wichtige Personen im OB-Gefüge zurück. Rechtsverteidiger Leuthard dürfte nach halbjähriger Pause schnell wieder an seine Leistungen anknüpfen, für Stürmer Rietmann könnte es nach über zweijährigem Unterbruch länger gehen, den Tritt wieder zu finden.

Sicherlich ein Toptransfer ist Flügelstürmer Mergim Ahmeti von den Black Stars. Dieser erzielte letzte Saison wettbewerbsübergreifend 13 Tore und will sich bei OB für höhere Aufgaben im Profibereich empfehlen. Ergänzt wird das Kader durch einige «No-Names» aus dem Ausland.

Starke Konkurrenz

Fakt ist: Trotz punktuellen Verstärkungen wird es für die Old Boys wieder eine sehr schwierige Saison. Absteiger Servette hat die Ambition, schnellstmöglich wieder in die Challenge League aufzusteigen und auch die Aufsteiger Cham und Kriens dürften eine starke Konkurrenz für die Old Boys sein.

Wichtig wird sein, dass dieses Jahr die vielen Diskussionen abseits des Fussballplatzes verstummen und die sportliche Leistung im Zentrum steht.