Fussball Promotion League
Die Oldboys schwächen sich selbst und verlieren 1:2 gegen Breitenrain

Die Old Boys verlieren 1:2 zuhause auf der Schützenmatte. Die Niederlage entstand auch durch das Fehlen einiger Stammspieler. Sie wurden nicht eingesetzt, weil Trainer Sayilir das Rotationsprinzip beherzigen wollte. Nun hat der BSC Old Boys nur noch einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

Jeremy Weill
Merken
Drucken
Teilen
Die Old Boys verlieren gegen Breitenrain und haben nur noch einen hauchdünnen Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

Die Old Boys verlieren gegen Breitenrain und haben nur noch einen hauchdünnen Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

Uwe Zinke

Etwas überrascht konnte man schon sein, als die OB-Aufstellung für das wichtige Spiel gegen Breitenrain bekannt wurde: In der Startelf fehlten mit Onur Akbulut, Mergim Ahmeti und Karim Barry drei Leistungsträger, die 17 der 30 bisherigen OB-Treffer erzielten.

Oft gibt es bei den Old Boys klare Erklärungen wieso ein Spieler nicht aufgestellt wird, wie zum Beispiel Trainingsabsenzen. So auch bei Karim Barry, der auf Grund einer Verletzung nur einmal trainieren konnte. Immerhin kam er in der 72. Minute noch zu einem Einsatz, genauso wie Mergim Ahmeti eingewechselt wurde.

Aziz Sayilir traf fragwürdige Entscheidungen.

Aziz Sayilir traf fragwürdige Entscheidungen.

Marcel Bieri

Doch Kapitän und Topscorer Onur Akbulut kam nicht mehr zum Zug, was doch eine äusserst fragwürdige Entscheidung von Trainer Aziz Sayilir ist. Denn Akbuluts Kreativität hätten die Old Boys am Samstag-Nachmittag durchaus gebrauchen können.

Insbesondere in der ersten Hälfte geschah sichtlich wenig, auch die Berner waren jedoch nicht allzu gefährlich. „Es war sehr schwierig an der Fünferkette der Old Boys vorbeizukommen“, meinte Breitenrain-Assistenztrainer Andreas Güntensperger.

OB spielt unter Sayilir mit einem 3-4-3-System, was in der Defensive eher einem 5-4-1 gleicht. Kurz vor der Pause dann doch eine Offensivaktion des Heimteams: Interimskapitän Florian Müller setzte sich im gegnerischen Strafraum durch und schob den Ball zu Valentin Mbarga, der abgeklärt zur 1:0-Halbzeitführung traf. Es war der erste Treffer Mbargas seit seiner Rückkehr aus Dornach und sein zweiter Treffer im 37. Einsatz für die Old Boys.

Rotation im Abstiegskampf

Nebst Mbarga schenkte Sayilir Marius Blatter das Vertrauen. Der 18-Jährige zeigte bei seinem Startelfdebüt eine ansprechende Partie. Die beste Aktion war eine Vorlage für den nach vorne gestürmten Innenverteidiger Dünki, der jedoch an „Breitsch“-Keeper Kiener scheiterte.

Danach folgte die Wende. Als erstes holte der übermotivierte Pascal Rietmann seine zweite gelbe Karte und wurde vom Platz gestellt. Zehn Minuten später erzielte der eingewechselte Volina mit einem nicht sehr platzierten, aber flatternden Flachschuss aus 30 Metern den Ausgleich – ein ärgerlicher Gegentreffer. Und rund zwei Minuten später war es Nuno Da Silva, der nach einem Corner mit einem sensationellen Schuss in die hohe Ecke traf. OB vermochte darauf nicht mehr zu reagieren.

Die Old Boys haben sich am Samstag selbst geschwächt; einerseits mit der roten Karte, andererseits mit der Aufstellung. «Wir haben 18 Spieler und alle sind wichtig, es können nicht immer die gleichen spielen», erklärte sich Aziz Sayilir nach der Partie. Das mag zwar sein, aber ob eine Rotation in einer derart wichtigen Partie Sinn macht, ist fraglich.

Onur Akbulut verwies bei seiner Nichtberücksichtigung auf den Trainer und wollte keine Stellung nehmen. Man kann gespannt sein, wie sich die Situation in den nächsten Wochen entwickelt. Die Luft wird mit nur noch einem Punkt Vorsprung auf die Abstiegsränge immer dünner.