Man kann die positiven Fakten hervorheben und konstatieren, dass die zweite Hälfte – skoremässig – nahezu ausgeglichen verlief (48:53). Und wer 85 Punkte beim einstmals „grande Lugano“ in dessen schwer zu spielenden Heimhalle wirft, verrät einige Offensiv- qualitäten.

Und nach einer verletzungsbedingten Absenz von fast zwei Monaten konnte Alexis Herrmann wieder spielen – er wird im Laufe der Saison, aufgrund seiner Verteidigungsqualitäten, ein wichtiger Mann werden.

Tessinern fehlt es an Breite

Und da sind wir schon beim wunden Punkt. Wer in einer Halbzeit sagenhafte 61 Punkte zulässt, hatte entweder einen Weltklasse-Rivalen vor sich (was nicht der Fall war). Oder foutiert sich um elementarste Verteidigungsprinzipien. Lugano ist im Laufe der Saison im­mer stärker geworden und ist Tabellenzweiter.

Aber das frühere «Grande Lugano» ist es nicht (mehr) – dazu fehlt es den Tessinern an der nötigen Breite. Aber der Gastgeber  konnte auch den Ausfall von Florian Steinmann nach 23 Sekunden (der 15-Punkte-Mann laboriert an einer hartnäckigen Adduktorenblessur) verkraften, musste jedoch sein auslän­disches Profi-Quartett forcieren.

Und dann gibt es da noch Derek Stockalper, den «old man» des Schweizer Basketballes. Der Swiss-Yankee wird im März 34 Jahre alt, spürt zwölf Spielzeiten in der höchsten Schweizer Liga (immer bei Lugano) – und verschiebt seit einigen Jahren Saison für Saison seinen Rücktritt.

Dass er sein Weiterspielen sich fürstlich bezahlten lässt… ist legitim, denn «gegen dankbare Gegner wie die Starwings (so das Tes­siner Lokalradio) ist Derek zu allem fähig».

Ein „Oldie, but Goldie“

Der Teamcaptain hatte mit 33 Minuten und 49 Sekunden die längste Einsatzzeit aller Lu­ganesi; dazu eine superbe Wurfquote (sechs von neun Dreiern, vier von fünf Zweipunkte-Würfen und holte so nebenbei acht Rebounds). Dass er in der Defense, milde ausge­drückt, ökonomisch verteidigte, kam dem Gast aus Birsfelden entgegen, der so zu einer stolzen Skorerzahl kam, die man aber relativieren muss.

Weil «Aufsteiger» (respektive das Fusionsteam) Pully Lausanne wider den Prognosen ge­gen SAM Massagno siegte, ist Platz 8 wieder ein wenig mehr entrückt. Nach 12 Meister­schaftsrunden hat man das Gefühl, dass das Deutschschweizer Trio Luzern, Winterthur (trotz des Sieges im Duell der Schlusslichter gegen Riviera Vevey) und die Starwings, zu­sammen mit Neuling Vevey, die Plätze 9 bis 12 belegen werden.

Dies können die «Wings» ändern, wenn ihnen am nächsten Samstag ein Exploit gegen den Tabellenführer Fribourg Olympic gelingt. Und eine Woche später, wieder «zuhause», gegen Massagno. Beide Spie- le werden in der Kriegackerhalle Muttenz ausgetragen, was die einstige Heimstärke der Unterbaselbieter minimiert.