CSI Basel

Die Pferde sind in der Stadt: Heute beginnt das Jubiläumsturnier

Weltcupspringen, neue St. Jakobshalle, formstarke Schweizer Athleten, spezielle Hindernisse und vieles mehr: Darum wird die zehnte Ausgabe des CSI Basel besser denn je.

Es duftet nach Pferd. Auf dem Parkplatz der St. Jakobshalle auf der Brüglinger Ebene hat das Ross dem Auto den Rang als Transportmittel Nummer 1 klar abgelaufen. Die einen Springreiter sind auf dem Weg in die aufgebauten Stallzelte, wo die knapp 300 Pferde in den kommenden vier Tagen untergebracht sind. Die anderen reiten entgegengesetzt und steuern auf die St. Jakobshalle zu.

Wegen der Kälte sind alle Pferde mit Decken geschützt. Sowieso sind die wertvollen Tiere in diesen Tagen König. Neben den Tierpflegern, welche die Springreiter selber mitbringen, stellt der CSI Basel Security, Nachtwächter und Tierärzte zur Verfügung. Oft haben die Reiter Extrawünsche, wollen nicht, dass ihr Hengst neben einer Stute untergebracht wird, die ihn ablenken könnte, oder fordern für besonders grosse Exemplare besonders grosse Boxen. Die Basler Organisatoren geben ihr Bestes, um alle Wünsche zu erfüllen.

Sprünge mit Lokalkolorit

Im Inneren läuft das Einreiten. Rund 30 Springreiter steuern ihre Rösser gleichzeitig durch die St. Jakobshalle. Bis auf gelegentliches Schnauben und einzelne Flüster-Gespräche zwischen Reitern ist es ruhig. Nur selten wiehert ein Pferd. Am Rand der Reitfläche beobachtet CSI-Präsident Willy Bürgin das Geschehen. Neben ihm sind zwei neu designte Hindernisse aufgebaut: Der Fähri-Sprung und der Fasnachts-Sprung. Letzterer wurde von Bürgin höchstpersönlich in Auftrag gegeben. «Die Fasnacht gehört zu Basel. Als sie vergangenes Jahr Unesco-Weltkulturerbe wurde, kam mir die Idee, dass der CSI Basel einen Fasnachts-Sprung braucht», so der Präsident.

Mit seiner Idee suchte Bürgin den Parcoursbauer Frank Rothenberger auf. Der Deutsche designt schon seit mehr als 40 Jahren Hindernisse für alle möglichen internationalen Springreiterturniere und war siebenmal bei Olympia im Einsatz. In Basel sind in diesen Tagen gleich sechs speziell auf die Stadt zugeschnittene Hindernisse von Rothenberger zu bewundern.

Da wäre der mit Schweizer, deutscher und französischer Fahne verzierte Dreiländer-Sprung, der aus drei unterschiedlichen Richtungen übersprungen werden muss. Ausserdem gibts den Rathaus-Sprung, einen Kantons-Sprung mit den Wappenzeichen beider Basel, den Sprung der drei Ehrenzeichen des Vogel Gryff und die beiden Neuen. Den neuen Fasnachts-Sprung flankieren zwei trommelnde Waggis.

Das fehlt noch ein Fenster

Als Rothenberger neben dem Fähri-Sprung stehen bleibt, wird er vom CSI-Besitzerehepaar Ursula und Thomas Straumann angesprochen. «Da fehlt noch ein Fenster auf der Fähre», sagt Thomas Straumann, der die Idee für den Fähri-Sprung hatte. Rothenberger zückt sein Handy, googelt ein Bild der Fähre und sagt: «Okay, dann machen wir hier noch ein Fenster hin. Und eine Schweizer Fahne und ein Basler Wappen kommen auch noch dazu. Dann gleicht unser Sprung der Johanniter-Fähre noch mehr.» Herr und Frau Straumann nicken zustimmend.

Dieser kleine Zwischenfall am Tag vor dem Auftakt zeigt: Zum zehnjährigen Jubiläum überlassen die Organisatoren nichts dem Zufall. Die eingebauten Tribünen sind in diesem Jahr aus einer stabilen Holzkonstruktion. Dazu profitiert der CSI Basel erstmals auch von der neuen Infrastruktur der umgebauten St. Jakobshalle. Zwar bedeutet das nicht, dass für den CSI auch mehr Zuschauer in die Halle passen. Trotzdem geht Bürgin davon aus, auch 2019 mit einem Zuschauerrekord aufzuwarten. Vor einem Jahr waren gut 21 000 Besucher mit dabei. 2019 sollen es, so der Präsident, 23 000 bis 24 000 werden.

Der Stellenwert wächst stetig

Die Aufwertung des Fünfsterne-Turniers zu einer von nur 13 Weltcupstationen der Westeuropaliga erhöht den Stellenwert des CSI Basel. Nach dem Rückzug des CSI Zürich kam der internationale Springreiterverband sogar mit der Bitte auf Basel zu, den Weltcup-Status von Zürich zu übernehmen. Bürgin sagte zu, und so findet am Sonntag zum ersten Mal ein Weltcup-Springen in Basel statt. Dabei sammeln die Reiter wichtige Punkte für den Weltcup-Final in Göteborg.

Einer, der weiss, wie es ist, in Göteborg zu gewinnen, ist der Schweizer Weltklassespringreiter Steve Guerdat. Er gewann 2015 und 2016 den Weltcup-Final und kommt 2019 gar als Weltranglistenerster nach Basel. Auch Guerdats Schweizer Kollege Martin Fuchs ist in Topform. Mit WM-Silber im Gepäck will der 26-Jährige seinen Grand-Prix-Titel vom Vorjahr in Basel verteidigen. Gute Schweizer, neue Wettbewerbe und ein tolles Drumherum: Es ist alles angerichtet, damit die Jubiläumsausgabe des CSI Basel besser den je wird.

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