FFC Therwil
Die Pieragostino-Zwillinge sind die Exotinnen beim FFC Therwil

Die eineiigen Zwillinge Sandra und Cristina Pieragostino wollen Therwils Abstieg in die 1. Liga verhindern. Dafür müssten sie die letzten drei Spiele gewinnen. An der Stimmung untereinander ändert auch die angespannte sportliche Situation nichts.

Claudine Müggler
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Ein eingespieltes Duo: Torhüterin Sandra (links) und Stürmerin Cristina Pieragostino. Claudine Müggler

Ein eingespieltes Duo: Torhüterin Sandra (links) und Stürmerin Cristina Pieragostino. Claudine Müggler

«Ich habe jeden Tag Kontakt mit meiner Schwester, egal ob telefonisch oder persönlich», sagt Cristina Pieragostino über die Beziehung zu ihrer Zwillingsschwester. Die beiden Schwestern, deren Mutter aus Spanien und deren Vater aus Italien kommen, pflegen ein ganz spezielles Verhältnis zueinander. «Ja es ist zwischen uns anders als mit unseren beiden Geschwistern. Es existiert wohl wirklich dieses besondere Band, von dem man bei Zwillingen oft hört.»

Zusammen spielen die beiden auch beim FFC Therwil in der Nationalliga B Fussball. Sportlich läuft momentan nicht alles rund. Die Therwilerinnen stecken mitten im Abstiegskampf. Drei Runden vor Schluss müssten alle Partien gewonnen werden, um überhaupt noch eine Chance zu haben, in der zweithöchsten Spielklasse zu verbleiben. «Es wird sehr schwer werden. Die Chancen, dass wir den Abstieg verhindern können, stehen ungefähr bei 50 Prozent», sagt Sandra. «Doch der Abstieg wäre für uns nichts Neues. Der FFC Therwil ist eine sogenannte Liftmannschaft. Meist steigen wir ab und nächste Saison schon wieder auf.»

Der Stammverein der Pieragostinos ist eigentlich Concordia Basel. Stürmerin Cristina wechselte 2008 zu den Therwilerinnen. Torhüterin Sandra folgte ihrer Schwester 2010. «Hier ist alles viel familiärer, das gefällt uns sehr gut», erklärt Cristina. «Nach dem Training sitzen wir meist noch alle zusammen und trinken etwas.» Natürlich sei es ein Wermutstropfen, falls sie am Ende dieser Saison tatsächlich absteigen sollten. «Aber dann steigen wir nächste Saison wieder auf. Wir haben ja einen sehr guten Torhüter in unseren Reihen», witzelt Cristina. «Und eine starke Stürmerin», fügt Sandra lachend hinzu.

Privat läuft es für die beiden 27-Jährigen zurzeit richtig gut. Sandra ist gelernte Fachfrau Gesundheit und macht momentan eine Weiterbildung, die sie im Juni erfolgreich abschliessen will. Cristina arbeitete als Köchin zehn Jahre lang in Restaurants. Sie musste immer abends arbeiten, brauchte extra frei für die Trainings und die Matches. Jetzt hat sie eine Stelle in einer Privatschule gefunden, hat immer abends und am Wochenende frei. «Im Moment geniesse ich einfach einmal meine freien Abende und denke noch nicht gross an die Zukunft.»

So können die Zwillinge auch neben dem Fussballplatz etwas gemeinsam unternehmen. Ob sie denn nicht auch mal eine Pause voneinander brauchen oder sich gegenseitig auf die Nerven gehen? « Nein», betonen sie schnell und einstimmig, sehen sich dabei an und lachen. «Wir streiten eigentlich nie», sagt Cristina. «Es ist vielmehr so, dass mir etwas fehlt, wenn ich einen Tag nichts von meiner Schwester höre.» Kaum hat sie es gesagt, schaut sie ihre Schwester an und man merkt, dass diese tiefe Verbundenheit und das blinde Vertrauen tatsächlich existieren.

Ob dieses spezielle Verhältnis auch der Mannschaft gegen den Abstieg helfen wird, zeigt sich am kommenden Wochenende im Spiel gegen den direkten Konkurrenten aus Rapperswil.