Handball
Die Prattler Siegesserie findet gegen Baden ein jähes Ende

Nach vier Erfolgen in Serie mussten die Prattler Erstligisten wieder einmal als Verlierer vom Platz. Die Gäste aus Baden setzten sich dank NLA-erprobten Protagonisten mit 23:19 durch.

Alexander Wagner
Merken
Drucken
Teilen
Der Prattler Stefan Sprenger (links) versucht Oliver Hügli zu stoppen. Foto: Wagner

Der Prattler Stefan Sprenger (links) versucht Oliver Hügli zu stoppen. Foto: Wagner

Foto Wagner

Der Start gelang der dezimierten Mannschaft von Kai Wetzel gut und Pratteln ging mit 3:1 in Führung. Doch danach taten sich die Gastgeber immer schwerer mit dem Toreschiessen. Nur gerade acht Treffer gelangen Pratteln bis zum Seitenwechsel. Dies lag zum einen daran, dass die Leistung in der Offensive nicht überzeugend war. Stellvertretend der Start des schlaksigen Stefan Sprenger, der sonst enorm torgefährlich ist. Der Wohler begann mit zwei für ihn ungewohnten technischen Fehlern. Vielleicht wollte er es gegen seine ehemaligen Kantonsrivalen zu gut machen. «Wir waren im Angriff einfach zu fehlerhaft. Über ein Dutzend technische Fehler, das mag es nicht leiden», wusste auch ein sichtlich konsternierter Wetzel.

Zum anderen lag es auch daran, dass die Badener im Innenblock mit Björn Navarin und Thomas Schmid agierten, beide spielten früher in der NLA bei Suhr und konnten sowohl ihre Erfahrung als auch ihre Muskelmasse in die Waagschale werfen.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Badener äusserst ambitioniert sind und unbedingt aufsteigen wollen. So wurden auf diese Saison sowohl der deutsche Shooter Navarin als auch der Routinier Manuel Reichlin von Suhr verpflichtet, genauso wie Goalie Kropf vom TV Endingen. Navarin zeigte seine Klasse mit den sogenannten einfachen Toren, bei denen das Team ohne grossen Kraftaufwand zu Treffern kommt. Im Gegensatz dazu musste sich Pratteln jeden einzelnen Treffer hart erkämpfen. Und scheiterten dabei zu oft am Goalie: Kropf brachte das Heimteam mit seinen Paraden immer mehr zur Verzweiflung.

Aufstiegsrunde wird schwierig

Erschwerend kam hinzu, dass Pratteln immer noch fünf Langzeitverletzte hat, zum anderen die Schiedsrichter keine Linie in ihr Spiel brachten und die Akteure nie so genau wussten, woran sie jetzt sind. «Es waren bestimmt keine Heimschiedsrichter», meinte Trainer Wetzel mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen.

Das Saisonziel ist und bleibt unter den besten vier Teams zu landen. Letztes Jahr erreichte der TV Pratteln NS den fünften Rang und logischerweise will man sich verbessern. Aber nach oben schielen die Prattler nicht. «Uns fehlt die Breite. Das merkt man nicht nur in den Spielen, sondern bereits im Training», weiss der Trainer. «Die Konstanz fehlt. Das ist momentan unser primäres Thema», ergänzt Wetzel. Dies zeigte seine Mannschaft eindrücklich: Gelungenen Angriffsauslösungen mit tollen Ballstafetten folgten Pässe, die niemand auch nur annähernd erreichen konnte.

Es stehen noch sechs Spiele an. Diese will Pratteln möglichst schadlos hinter sich bringen in der Hoffnung, dass sich nicht noch mehr Spieler verletzen. Und dann kann man auch wieder mal daran denken, oben anzugreifen.