Nachdem die Inline-Hockey-Partie zwischen den zwei Nationalliga-B-Vereinen Red Rocks Rothenfluh und La Tour beendet wurde, freuten sich die Baselbieter kaum über ihren 5:3-Sieg. Doch als sie erfuhren, dass Biel die «Roller» aus Lausanne besiegt hatte (6:4), brach das Team in grossen Jubel aus: Damit standen sie als Achtplatzierte fest und hatten die Playoffs erreicht.

«Gestern verlor unser direktester Konkurrent Oensingen gegen Lugano, was uns für unser eigenes Spiel sehr anspornte», schilderte Spielertrainer Simon Gerster. «Vielleicht zu sehr, denn wir gingen etwas übermotiviert in dieses wichtige Match.»

Wegen dieses Übermuts kassierten die Rothenfluher Inliner schon nach wenigen Minuten den ersten Gegentreffer. Sie fingen sich jedoch und übernahmen noch im ersten Drittel die Führung. Im zweiten Durchgang erhöhten sie den Druck auf das Tor der Gäste dann stetig.

Gegen Ende des Drittels zahlte sich dies aus und Rothenfluh sicherte sich eine 2-Tore-Führung. Die Red Rocks kombinierten jetzt wunderschön und erhöhten knapp eine Minute später auf 4:1 und kurz vor dem Pausensignal auf 5:1. Im letzten Drittel erzielten die Waadtländer zwar noch zwei Tore, der Triumph des Heimteams war aber nie mehr gefährdet.

Mit diesem Sieg erfüllte Rothenfluh die Pflicht, musste aber auch auf die Niederlage von Lausanne hoffen. Hätten die Roller oder Oensingen in der letzten Meisterschaftsrunde zwei Punkte geholt, stünden die Baselbieter jetzt in den Playouts und müssten um den Ligaerhalt kämpfen.

Nachdem sie sich während 15 der 18 Spiele auf dem letzten Tabellenrang befunden hatten, gewannen sie aber vier der fünf letzten Partien und konnten sich am letzten Spieltag noch in die Playoffs retten. «Nach den katastrophalen Ergebnissen bis zur Sommerpause hat damit niemand mehr gerechnet», freute sich Simon Gerster. «Das war eine sensationelle Aufholjagd.»

Alles, was jetzt noch kommt, ist für die «Rocks» blosse Zugabe. «In den Playoffs ist alles möglich und als Aussenseiter hat man nichts zu verlieren – vielleicht können wir die Tabellenersten Courroux noch etwas nerven oder gar besiegen», sagt Gerster. «Aber wenn es nicht reicht, war das trotzdem ein toller Saisonabschluss.»

Die Rothenfluher freuten sich nicht nur über ihren Überraschungserfolg, sondern auch über die rund 100 Zuschauer, die sich für den Meisterschaftshöhepunkt bei der renovierten Red Rocks Arena eingefunden hatten. «Es ist schön zu sehen, dass die Leute sich für unser Team interessieren», so Gerster. Behält es die momentane Spielfreude und die Erfolge gegen favorisierte Mannschaften bei, wird dies sicher auch so bleiben.