Motocross
Die risikofreudigen Helden der Lüfte – Wie die «Night of the Jumps» Basel begeistern konnte

Die extremste Sportserie der Welt, die «Night of the Jumps», startete vergangenen Samstag in Basel in die neue Saison. Der Spanier Maikel Melero trug am Ende den Sieg davon und wurde seiner Favoritenrolle gerecht.

Leandro De Mori
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Ackermann, Melero und Bizouard

Ackermann, Melero und Bizouard

Night of the Jumps

Der erste Fahrer steht auf der Startrampe, nimmt Anlauf und fliegt zehn Meter durch die Luft. Kopfüber, die Füsse am Lenker und die Arme Richtung Boden gestreckt. Mut brauchen nicht nur die Fahrer, die sich über die meterhohen Rampen trauen. Auch für die Zuschauer ist die «Night of the Jumps» ein Spektakel.

Doch was ist die «Night of the Jumps» überhaupt? Es ist eine Weltmeisterschaft, bei der sich zehn FMX-Fahrer (Abkürzung für Freestyle-Motocross) in 10 bis 15 Wettkämpfen, die über vier Kontinente hinweg verteilt stattfinden, messen.

Bei diesen müssen sich die Fahrer durch eine 95-sekündige Qualifikation kämpfen, bei der sie sechs Sprünge sowie einen zusätzlichen Sprung, der die doppelten Punkte gibt, zeigen. Bewertet werden die Sprünge von einer Jury.

Die sechs besten Fahrer qualifizieren sich anschliessend für den Final, bei dem sie neun Sprünge sowie einen Extrasprung innerhalb von 125 Sekunden zeigen müssen. Gewonnen hat, wer am Ende die meisten Punkte auf dem Konto hat.

Junge Favoriten

Die Favoriten in der St. Jakobshalle waren die beiden Youngster Pat Bowden (AUS, 24) und Luc Ackermann (GER, 20) sowie der Spanier Maikel Melero, der mit seinen 30 Jahren zu den Älteren im Fahrerfeld gehört. Auch der 31-jährige Franzose Remi Bizouard wollte zum Saisonauftakt den Nachwuchsfahrern zeigen, dass er in Topform ist.

In der Qualifikation zeigten die Fahrer Sprünge, welche die Zuschauer staunen liessen. Sie drehten sich in der Luft auf ihrem Motorrad, landeten, ohne die Hände am Lenker zu haben, oder liessen ihr Motorrad in der Luft gleich ganz los und mussten wieder danach greifen. Das Publikum zeigte sich von den akrobatischen Meisterleistungen begeistert und sorgte für eine prächtige Stimmung.

Remi Bizouard

Remi Bizouard

Night of the Jumps

Als Publikumsliebling stellte sich schnell der Australier Pat Bowden heraus, der eine perfekte Qualifikation fuhr. Seine Tricks zeigte er, als würde es kein Morgen mehr geben. Wenn Bowden über eine Rampe fuhr und einen Rückwärtssalto machte, sah es aus, als wäre es das Einfachste der Welt.

Doch der Youngster landete nur auf Platz zwei, hinter dem amtierenden Weltmeister Melero. Dieser fuhr die Qualifikation ebenfalls fehlerfrei, zeigte aber schwierigere Tricks als sein Gegner, welche ihm mehr Punkte bescherten.

Der Spanier bestritt den Final also als Letzter. Die Halle war richtig gespannt auf Meleros Lauf, denn Hoffnungsträger Luc Ackermann legte hochgradig vor, zeigte eine sensationelle Vorstellung und zelebrierte diese auch: «Ich hatte zwar ein paar kleine Fehler drin, aber es war ein toller Final!»

Niemand konnte dem Deutschen das Wasser reichen, bis der spanische Titelverteidiger in die Halle fuhr. Jedoch schlichen sich einige Fehler in seine Kombination ein. Für eine kurze Zeit sah es so aus, als würde der deutsche Rookie seinen ersten Sieg feiern dürfen.

Melero jedoch hatte was dagegen und machte Ackermann einen Strich durch die Rechnung. Er absolvierte seine letzten drei Sprünge perfekt, sodass er den Deutschen gleich um elf Punkte überholte und an die Meisterleistungen der letzten Saison anknüpfen konnte.

Hochsprung und Akrobatik

Zwischen der Qualifikation und dem Final wurden zwei Show-Events aufgeführt. Zum einen gab es den «Best Whip Contest», bei dem das Ziel war, das Motorrad so schräg wie möglich in der Luft zu halten. Am schrägsten konnte der Franzose David Rinaldo mit seiner Maschine durch die Luft springen.

Danach gingen drei Fahrer, darunter der Italiener Massimo Bianconcini, der für die Qualifikation und den finalen Durchgang in der Jury sass, in den «Maxxis Highest Air Contest». Das Ziel war, mit dem Rad so hoch wie möglich zu springen. Der Italiener, mit 11,50 Metern im Übrigen Weltrekordhalter in dieser Disziplin, entschied diesen klar für sich. Er konnte als Einziger eine Höhe von 8,50 Meter überspringen.