Leichtathletik
Die Rückkehr des Marquis Richards

Drei Wochen nach seinem Sturz auf dem Basler Barfüsserplatz gab Marquis Richards sein Comeback beim Stabhochspringen im Dorfzentrum seines Heimatdorfes Arlesheim. Es gewannen zwei Amerikaner.

Rolf Spriessler-Brander
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Ohne Angst beim Comeback: Marquis Richards in Arlesheim.

Ohne Angst beim Comeback: Marquis Richards in Arlesheim.

Martin Töngi

Marquis Richards hatte sich so auf den Anlass gefreut. An seinem 20. Geburtstag ging der Arlesheimer U23-EM-Teilnehmer beim 1. City-Springen auf dem Barfüsserplatz in Basel an den Start und sprang hervorragend – bis er bei einem Sprung in Schräglage geriet, mit dem Rücken auf die Holzplanken neben der Matte knallte und von der Sanität ins Spital gebracht wurde. Als einer der Topfavoriten verpasste er eine Woche danach die Schweizer Meisterschaften in Basel.

«Ich habe hier in Arlesheim erstmals nach dem Unfall wieder den Stab in die Hand genommen», erzählte er nach seinem gelungenen Auftritt vom vergangenen Sonntag. «Schon beim Einspringen spürte ich, dass ich Schub hatte und mich sicher fühlte. «So gut wie jetzt war Marquis noch nie in Form», sagt Heimtrainer Dieter Völlmin. Er sei fähig, über
100 Meter unter elf Sekunden zu laufen und erreiche auch im Weit- und Hochsprung Spitzenwerte.

Auf derselben mobilen Anlage, die ihm in Basel zum Verhängnis geworden war, begann Richards sehr stark, blieb bis 5,12 Meter ohne Fehlversuch, schaffte 5,22 Meter im zweiten Anlauf und war über 5,32 Meter nahe daran, seine persönliche Bestleistung um einen Zentimeter zu steigern. «Von Januar bis Juni steckte ich in den Abschlussprüfungen meiner Ausbildung zum Anlagen- und Apparatebauer, die ich mit der Note von 5,5 abgeschlossen habe. Deshalb hatte ich im Sport den Kopf nicht frei und verpasste meine Saisonziele», erzählt Richards, der seit August nur noch 50 Prozent arbeitet und für die kommende Saison voll auf die Karte Leichtathletik setzt. In Basel habe er sich erstmals wirklich gut gefühlt und seine Verletzung – es war schliesslich «nur» eine sehr starke Oberschenkelprellung – habe er nun auskuriert. «Die Olympischen Spiele 2012 kommen natürlich zu früh für mich und eine andere internationale Meisterschaft gibt es nächste Saison für mich nicht. Deshalb werde ich möglichst viele Wettkämpfe bestreiten, um meine Bestleistung markant zu steigern und an den U23-Europameisterschaften 2013 in Tampere dann anzugreifen», skizziert Richards seine nächsten Ziele. Am übernächsten Wochenende bestreitet er noch die Schweizer U23-Meisterschaften in Hochdorf und lässt die Saison dann ausklingen.

Mitch Greeley siegt erneut

Mit seinen 5,22 Metern belegte Marquis Richards gemeinsam mit dem Routinier Olivier Frey (Old Boys Basel) den 4. Platz. Dominiert wurde der Anlass von einem starken US-Trio. Mitch Greeley, der für den ST Bern startet und schon das Basler City Springen gewonnen hat, siegte ex-äquo mit Dustin DeLeo (beide schafften bei brütender Hitze vor einem gut gelaunten Publikum 5,32 Meter), dahinter folgte Jeff Cooner, der die 5,22 Meter im ersten Versuch überquerte. In Abwesenheit der beiden WM-Teilnehmerinnen Nicole Büchler und Anna Katharina Schmid verbesserte die SM-Bronzemedaillengewinnerin Mélissa Page (CA Belfaux) ihre persönliche Bestleistung auf 3,92 Meter und gewann die Frauenkonkurrenz.