Sportförderung
Die Schweizer Sportelite erhält künftig mehr Gelder

Die Sporthilfe stellt ein neues Förderungskonzept vor. Dabei sollen die Sportlerinnen und Sportler künftig höhere Beträge erhalten. Die gesamten Förderbeträge sollen sich in absehbarer Zukunft auf vier bis fünf Millionen belaufen.

Peter A. Frei und Daniel Weissenbrunner
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Die Rieherin Katrin Leumann zählt auf die Unterstützung der Sporthilfe.

Die Rieherin Katrin Leumann zählt auf die Unterstützung der Sporthilfe.

KEYSTONE

Die Schweizer Sporthilfe präsentierte in Zürich ein neues Förderkonzept – und kehrt damit zu den Wurzeln der 1970 gegründeten Stiftung zurück. Athletinnen und Athleten können in Zukunft höhere Fördergelder beantragen. Statt wie bisher maximal 12 000 Franken können förderungswürdige Spitzenleute vom kommenden Herbst an bis zu 18 000 Franken als Unterstützung von der Sporthilfe erhalten. Auch Talente von nicht olympischen Sportarten werden in Zukunft neu von der Sporthilfe unterstützt.

Das neue Konzept bildet die definitive Abkehr von der Ausrichtung, die seinerzeit 2005 von der damals neuen Sporthilfe-Präsidentin, alt Bundesrätin Ruth Metzler, verkündet worden war und die sich voll und ganz auf den Nachwuchs konzentrierte. Wie in den ersten 35 Jahren des Bestehens der Sporthilfe werden nun wiederum alle Spitzenathleten inklusive Nachwuchs von der Sporthilfe getragen. Das einfache und einleuchtende «neue» Konzept: Swiss Olympic unterstützt die Verbände, die Sporthilfe unterstützt die Athletinnen und Athleten.

Neue Ertragsquellen schaffen

Sporthilfe-Präsident Max Peter bezifferte das mittelfristig angestrebte Ziel (2018 bis 2020) auf 4 bis 5 Millionen Franken, die jährlich an die erfolgversprechendsten Schweizer Sportler ausgeschüttet werden sollen; im vergangenen Jahr waren es 2,75 Mio., wozu 500 000 Franken von Swiss Olympic kamen. «Wir benötigen noch mehr Unterstützung von der Wirtschaft und von der Bevölkerung, um die Schweizer Athleten finanziell wirkungsvoll unterstützen zu können», sagte Peter. Mehr Sporthilfe-Mitglieder (derzeit 20 000), eine bessere regionale Verankerung und neue Kooperationen mit anderen Stiftungen sollen Mehreinnahmen generieren. Dazu will die Sporthilfe ihr Angebot an Event-Packages wie den «Super 10Kampf» weiter ausbauen und dadurch neue Ertragsquellen schaffen. Dank einer neuen Partnerschaft mit den SBB können in Zukunft auch 50 GA an förderungswürdige Athleten verteilt werden.

Anrecht auf Förderung haben Inhaber einer Swiss Olympic Card – es gibt Gold-, Silber- Bronze- und Talent-Karten. Dies bedeutet, dass der Entscheid, ob ein Athlet unterstützt werden soll oder nicht, auch weiterhin bei der Dachorganisation Swiss Olympic fällt. Ein wichtiges Kriterium ist dabei die Einstufung einer Sportart durch Swiss Olympic.

Sonderbeiträge möglich

In Zukunft besitzt die Sporthilfe jedoch mehr Spielraum bei der Festlegung der Höhe der Fördergelder, wodurch Talente bedarfsgerechter und wirkungsvoller unterstützt werden sollen. Statt fixe Beiträge erhalten Einzelsportler (und neu auch Eishockey- und Fussball-Spitzenspielerinnen, keine Männer) nun individuell unterschiedliche Beiträge bis 18 000 Franken. Hinzu kommen auf Antrag mögliche Sonderbeiträge bis 10 000 Franken für spezielle Projekte. Unternehmerisches Handeln bei der Mittelbeschaffung sei das Selbstverständnis der Sporthilfe, betonte Geschäftsführerin Doris Rechsteiner. Es gehe darum, einen möglichst hohen Bruttoertrag zu erwirtschaften, um den Schweizer Sport insgesamt zu unterstützen.