Rückblende. Es grenzte fast an ein Wunder, dass sich Laufen vor gut zwei Monaten in extremis den Klassenerhalt sichern konnte. Weil Emmenbrücke im Fernduell gegen Aegeri in der Nachspielzeit den Ausgleich schoss, durften die Laufner ganz tief durchatmen. Logisch, dass man einen solchen Nervenkrieg nie mehr erleben will.

Das Hitchcock-Finale sieht man beim FC Laufen mittlerweile als Zeichen, als einen Weckruf an. «Wir hätten nie erwartet, dass wir mit dieser Mannschaft noch so ins Zittern kommen», blickt Sportchef Patrik Bader zurück. Überhaupt erlebte Laufen zuletzt sportlich durchzogene Jahre. Die gesetzten Ziele und die letztliche Ausbeute standen meist in keinem Verhältnis. Auch Bader gibt zu: «In den vergangenen Jahren passte nicht viel zusammen. Aus diversen Gründen».

Akribische Vorbereitung auf die neue Saison

Entsprechend akribisch hat man sich auf die neue Saison vorbereitet. Diesmal soll es anders werden. Ruhiger, konstanter, nachhaltiger. Einen ersten Schritt hat der FCL mit der Verpflichtung von Trainer Philippe Rossinelli gemacht. Der Jurassier war bereits jahrelang bei den Baselbietern tätig, stand in der letzten Saison aber bei Bassecourt an der Seitenlinie.

Jetzt kommt Rossinelli, der bereits den ehemaligen Challenge-League-Verein Delémont trainiert hat, zurück zu den Laufnern. Und mit ihm endlich die Konstanz? «Er ist ein sehr fordernder, aber herzlicher Trainer», weiss Bader.

Auch der Romand steckt voller Tatendrang. Demonstrativ hat Rossinelli für zwei Jahre unterschrieben. «Im ersten Jahr soll ein solides Gerüst entstehen, im zweiten Jahr wollen wir angreifen.» Bezüglich Zielsetzung gibt man sich bedeckt. «Einfach weniger nervenzehrend wie zuletzt», heisst es seitens der Klub-Leitung.

Behutsam baut der neue Trainer nun seine Mannschaft auf. Als Routinier weiss er auch, wo er den Hebel ansetzen muss. «Die Spieler müssen sich mit dem Verein identifizieren. In den letzten Jahren gab es zu viele Akteure, die ohne Herz gespielt haben.»

Geringe Toleranz-Grenze

Der 60-Jährige war immer einer, der Klartext spricht. Stimmt die Leidenschaft nicht, droht die Ersatzbank. Rossinelli verlangt Professionalität. Durch und durch. «Absagen für Spiele und Trainings wegen der Freundin oder den Ferien werden grundsätzlich nicht mehr toleriert.» Im Gegenzug spricht Rossinelli viel mit den Spielern, ist ausserhalb des Platzes immer für ein Spässchen gut.

Sportchef Patrik Bader spürt bereits jetzt, dass die Mannschaft auf einem guten Weg ist. «Wenn unser Goalgetter Olivier Boumelaha zu mir kommt und sagt, dass er sich extrem auf die neue Saison freut, sind dies gute Vorzeichen.» Boumelahas Tore werden auch am Sonntag beim Start auswärts gegen Kosova wichtig sein. Für Rossinelli ist klar: «Wir wollen sofort punkten.»