Drei Partien, neun Punkte – das haben wohl die wenigsten OB-Sympathisanten aus den letzten zwei Wochen erwartet. Die enttäuschende Heimniederlage gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten United Zürich und die Meldung, dass der freiwillige Challenge-League-Absteiger Wohlen nächste Saison in der Promotion League antritt und es somit doch zwei Absteiger geben wird – das müsse doch an der Moral der Old Boys nagen.

Doch dem war nicht so: «Nach der United-Niederlage hat uns Trainer Aziz Sayilir gesagt, dass es ausserhalb des Fussball noch wichtigeres im Leben gibt und wir es geniessen sollten in dieser Liga zu spielen. Das hat gewirkt.», erklärte Pascal Rietmann, der am Samstag gegen Stade Lausanne den gesperrten Onur Akbulut als Kapitän vertrat und eine starke Partie zeigte.

Wie schon beim 3:0 gegen Sion U21 vor 14 Tagen traten die Gelbschwarzen auch gegen Stade Lausanne enorm selbstbewusst auf. Die Waadtländer hatten zwar nach gut zehn Minuten die erste grosse Chance der Partie, doch der starke OB-Keeper Florian Fioux vereitelte den Abschlussversuch von De Groot aus wenigen Metern.

Auch wenn die Gäste sich nicht versteckten – OB war besser. Dies zahlte sich kurz vor der Pause aus: Zuerst traf der formstarke Mushkolaj mit einem Aufsetzer aus rund 15 Metern zur Führung und in der Nachspielzeit legte derselbe Spieler nach einem wunderbaren Solo für Deny Gomes auf, der problemlos ins leere Tor einschob. Es ist dies der erste Saisontreffer für den Stürmer, der im Herbst zum dritten Mal in seiner Karriere bei OB anheuerte. 

Lockerheit als Trumpf

Gomes kommt bei OB immer besser in Fahrt, sieht sich jedoch noch nicht seinem Topniveau: «Mit zunehmendem Alter dauert alles etwas länger», meinte der erst 23-Jährige mit einem Schmunzeln. Das hat seinen Grund: Gomes spielte bereits mit 17 in der Fanionequipe der Old Boys.

Via Concordia, einem kurzen Intermezzo bei OB, einer fussballerischen Pause und Timau fand er nun wieder auf die Schützenmatte zurück, schon fast als Routinier. «Die Ziele sind nicht mehr gleich wie früher, der Fokus liegt auf dem Beruf und so fühlt man sich auf dem Feld etwas vom Druck befreit.»

In der zweiten Hälfte bestätigten die Basler ihre Leistung aus den ersten 45 Minuten und es war Kapitän Rietmann selbst, der nach schönen Pass von Antonio Fischer nach einer Stunde für die Entscheidung sorgte. Dank der Niederlage von La-Chaux-de-Fonds haben die Old Boys den Anschluss an den Nichtabstiegsplatz gefunden und kann nächste Woche gegen Cham weiter Boden gut machen (Sa, 16.00, Schützenmatte). 

Callà sorgt für Wende

Auch das zweite Basler Team der Promotion League konnte am Samstag einen Vollerfolg buchen. Der Sieg der U21-Equipe des FC Basel bei Brühl St. Gallen entsprach jedoch weit weniger dem Spielverlauf. Nach zwanzig Minuten hiess es bereits 2:0 für das Heimteam.

Noch vor der Pause konnte der FCB jedoch durch Uran Bislimi und einem Elfmeter von Afimico Pululu ausgleichen. Für die Wende sorgte dann ein Ü30-Akteur: Davide Callà verwertete eine Flanke mit einem sehenswerten Volley-Lob aus nächster Nähe. Brühl konnte nach einem weiteren Pululu-Treffer zwar noch den Anschluss zum 3:4 erzielen, zu mehr reichte es jedoch nicht. Somit überholt der FCB die Ostschweizer in der Tabelle und liegt nun auf Platz 5.