Eishockey
Die Sharks siegen mit dezimiertem Kader gegen den Leader der NLB

Erstmals nach fünf Spielen gewannen die EHC Basel Sharks drei Punkte. Dies ausgerechnet mit einem «Rumpfteam» gegen den Tabellenführer HC Ajoie. Viele jüngere Spieler durften einmal NLB-Luft schnuppern.

Martin Merk
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Verdienter Torjubel bei den Basel Sharks und Frust beim Ajoie-Keeper nachdem er den Puck aus den Maschen holen muss.

Verdienter Torjubel bei den Basel Sharks und Frust beim Ajoie-Keeper nachdem er den Puck aus den Maschen holen muss.

Martin Töngi

Mit dem 5:3-Sieg begeisterte die verjüngerte Mannschaft nicht nur das Publikum, sondern bleibt im Rennen um eine Playoff-Teilnahme. Gegen einen starken Gegner, der nach zuletzt fünf Siegen in Folge in der St. Jakob-Arena nicht seine beste Leistung abzurufen vermochte, machten die Basler etwaige Defizite mit Einsatzbereitschaft wett und boten den Ajoulots die Stirn.

Die Mannschaft sah ganz anders aus als am Dienstag, als die ungenügende Leistung gegen Thurgau bei der Clubführung die Playoff-Hoffnungen erlosch und diese zur Sparbremse mit Spielerverkäufen bewog.

Übrig blieben trotz vier neuer Spieler nur noch drei Linien. 32 Prozent der ohnehin schon mageren Torproduktion aus dem Monat Januar und 53 Prozent der Vorlagen Januar fielen durch die Leihgaben und sonstigen Abwesenheiten quasi aus der Aufstellung.

«Wer denkt, dass wir die Mannschaft mit regionalen Talenten auffüllen können, muss ich leider enttäuschen», sagte der Interimstrainer Daniel Baur. Grund dafür ist der Dschungel an Reglementen.

Wer zu diesem Zeitpunkt von der 1. Liga in die NLB gewechselt wäre, hätte die Playoffs oder die Abstiegsrunde in der 1. Liga nicht mehr mit dem Regio-Team beziehungsweise dem EHC Zunzgen/Sissach bestreiten können. In Absprache mit den Vereinen verzichtete man daher darauf, Spieler aus der 1. Liga zu holen wie etwa Remo Hunziker oder Cyrill Voegelin, die früher in der Saison schon NLB-Eiszeit erhielten.

Die Reihe war damit an den Junioren, doch mit Joshua Schnellmann, Steve Schoder und Raoul Seiler waren drei potenzielle Kandidaten verletzt. Der angeschlagene Seiler wird zudem am Montag nach Tschechien reisen. Er wurde für die U19-Nationalmannschaft nachnominiert - eine für Basler Nachwuchstalente seltene Ehre - und bekommt die Möglichkeit, sich in den Kandidatenkreis für die U20-Weltmeisterschaft im nächsten Winter zu spielen.

Abwesend war auch Nando Wüthrich, der mit einem heftigen Check am Freitag Lausannes Eliot Berthon ausser Gefecht setzte. Möglicherweise drohen weitere Sperren, da Lausanne dem Einzelrichter ein Video einreichen möchte.

Dafür waren andere Spieler neu in der Aufstellung. Florin Gerber, dem der Sprung von Biels Junioren in die NLB nicht so richtig gelingen wollte und zuletzt an Thurgau ausgeliehen wurde, bekam eine Chance in der ersten Sturmreihe.

Chancen für junge Talente

In der Verteidigung kam der Verteidiger Vincent Protic zu seinem zweiten NLB-Spiel und Pascal Glanzmann zu seinem Debüt. Auch der Stürmer Nicolas Schaer kam zu seiner NLB-Premiere. Der 18-Jährige, der 2011 via Olten und Kloten in den Basler Nachwuchs stiess, war dabei der jüngste Spieler auf dem Eis. Viel mehr als NLB-Luft schnuppern lag für die Neulinge jedoch nicht drin.

Für die Musik sorgte zuerst einer, dem der Sprung vom Regio-Team in die NLB vor einem Jahr gelungen war. Der Verteidiger Kim Scheidegger erwischte die Ajoie-Abwehr und Torhüter Matthias Mischler zweimal auf dem falschen Fuss und hatte nach sechs Minuten bereits zwei Tore auf seinem Konto. Ajoie glich beide Male aber umgehend mit schnellen Angriffen aus.

Im Mitteldrittel wurden die Basler teilweise richtig eingekesselt und der Unterschied in der Tabelle offenbarte sich erstmals. Doch Dominic Nyffeler zeigte im Tor der «Sharks» starke Paraden. Nach dem Führungstreffer der Jurassier bei Spielmitte glich Olivier Schäublin aus und 40 Sekunden vor der zweiten Pause traf Michaël Loichat nach feiner Einzelleistung zur 4:3-Führung für die Basler. Mitten im Schlussdrittel scheiterte Letzterer gar mit einem Lattenschuss.

Zum Schluss folgte daher ein Geknorze mit einer jurassischen Schlussoffensive. Doch als Ajoie den Torhüter raus nahm, erkämpften sich die Basler den Puck und Jamie Wright erzielte seinen ersten Treffer seit drei Wochen ins leere Tor.

Zum Abschluss der Saison stehen zwei weitere Spiele gegen Spitzenteams an. Am Freitag geht es nach La Chaux-de-Fonds, bevor die Qualifikationsphase am Sonntag mit einem Heimspiel gegen den EHC Olten abgeschlossen wird. Gut möglich, dass die Basler nach der gestrigen Leistungssteigerung bis zum Schluss im Rennen um den achten Rang mit Red Ice Martigny bleiben werden.