Zwölf Punkte hat der FCB in sechs Spielen der Champions League geholt. So viele wie noch nie. In einer Gruppe mit Manchester United, Benfica und ZSKA Moskau ist das schlicht sensationell.

Und es sorgt in ganz Europa für Gesprächsstoff. Wenigstens in Fachkreisen, sprich: den Scouts. FCB-Trainer Raphael Wicky meint: «Das wird ein strenger Winter für Marco Streller.»

Basel und seine etlichen Talente

Denn das Team des FC Basel ist bestückt mit etlichen Talenten. Spieler wie Mohamed Elyounoussi (23), Manuel Akanji (22), Dimitri Oberlin (20), Tomas Vaclik (28) oder Michael Lang (26) haben in der Königsklasse für Furore gesorgt.

Sportchef Marco Streller sagt: «Mir ist klar, dass unsere Spieler Begehrlichkeiten wecken. Und zwar bei richtig grossen Vereinen.»

Akanji darf man nicht verlieren

So gross das Interesse an diesen Spielern, so klar ist, dass weder der Trainer noch der Sportchef sie schon im Winter abgeben möchten. Dafür steht zu viel auf dem Spiel. Denn noch hat der FCB keinen Titel gewonnen, das ganz grosse Ziel, der Triumph in der Meisterschaft, ist noch in weiter Ferne.

Deshalb wird Streller alles unternehmen, um das Team bis im Sommer zusammenzuhalten. Denn nach holprigem Start greifen die Mechanismen nun immer besser. Die Mannschaft lässt sich auch von Rückschlägen nicht mehr aus dem Tritt bringen.

Sieg auf Sieg

Nach dieser so bitteren Niederlage gegen ZSKA Moskau zum Beispiel reihte der FCB weiter Sieg an Sieg, bezwang in der Königsklasse Gigant Manchester United und verringerte in der Super League den Rückstand auf Leader YB auf vier Punkte.

Wer könnte den FCB also am ehesten verlassen? Wo lauern Gefahren? Beginnen wir bei jenem Spieler, bei dem ein Abgang am wahrscheinlichsten scheint: Elyounoussi. Schon vor einem Jahr gab es Interessenten aus der Premier League.

Ungebrochenes Interesse

Das Interesse ist ungebrochen und in England ist reichlich Geld im Umlauf. Wer ihn will, muss aber wohl über zehn Millionen in die Hand nehmen. Der FCB könnte seinen Abgang wohl verkraften.

Der Deal mit Lausanne-Spielmacher Samuele Campo (22) soll so gut wie fix sein. Ausserdem sondieren die Basler den Markt in Lateinamerika auf der Suche nach einem Delgado-Ersatz.

Der Shootingstar

Manuel Akanji ist der Shootingstar im Kader von Wicky. Doch es müsste wohl ein Wahnsinnangebot kommen, dass die Basler ihn ziehen lassen. Er ist in Topform, eminent wichtig in der Dreierabwehr. Ihn gilt es zu halten, wenn es irgendwie geht. Die Schmerzgrenze dürfte bei 15 bis 20 Millionen Franken liegen.

Akanji wird aber nur wechseln, wenn alles passt. In den letzten sechs Monaten vor der WM wird er es nicht riskieren wollen, den Stammplatz zu verlieren. Und dieses Risiko besteht bei jedem Wechsel.

Marktwert explodiert

Dimitri Oberlins Marktwert ist in den wenigen Monaten, in denen er beim FCB unter Vertrag steht, explodiert. Vier Tore hat er in der Champions League geschossen, liegt mit dieser Ausbeute gleich auf mit Topstars wie Romelu Lukaku von Manchester United und Kylian Mbappé von PSG.

Dass er gehen wird, scheint wenig wahrscheinlich. Wenn er gut beraten ist, bleibt er wenigstens bis im Sommer. Dann könnte er sich beim FCB durchsetzen und vielleicht sogar einen Platz im Kader der Nationalmannschaft sichern, wenn er so weitermacht.

Zu wichtig für den FC Basel

Michael Lang und Tomas Vaclik glänzen beide seit Jahren mit Leistungen auf höchstem Niveau. Die Gefahr, dass sie gehen, ist aber eher noch geringer als bei den drei zuvor genannten. Beide werden nur wechseln, wenn ein Topverein anklopft.

Sie sind zu wichtig für den FCB, als dass man sie einfach so ziehen lassen würde. Und sie sind dem Verein zu verbunden, als dass sie wegen irgendeinem lukrativen Angebot gehen würden.