Badminton
Die Shuttle-Künstler machen sich bereit fürs Rampenlicht

Vom 10. bis 15. März findet in der St. Jakobshalle Basel die 25. Ausgabe der Swiss Open statt. Zum Jubiläum ein Rück- und Ausblick auf ein Turnier, das längst Weltformat erreicht hat und nun sogar noch etwas an Exotik zulegt.

Merken
Drucken
Teilen
Die Basle St. Jakobshalle rüstet sich für die Jubiläumsausgabe.

Die Basle St. Jakobshalle rüstet sich für die Jubiläumsausgabe.

zVg

Die Swiss Open gibt es seit 25 Jahren. Schon die Geburtsstunde war aufregend. So hatten 1991 selbsternannte Badminton-Freaks aus dem Raum Basel in einer Blitzaktion die in Lausanne beheimateten hochrangigen, finanziell jedoch angeschlagenen Internationalen Meisterschaften gerettet und dem Turnier mit einem zeitgemässen Veranstaltungskonzept neues Leben eingehaucht.

Christian Wackernagel gehörte zu den damaligen Initianten, und er füllt bis heute die Rolle des OK-Präsidenten aus. Angetrieben werden er und sein Team primär von Enthusiasmus und Durchhaltewille, denn der 52-Jährige verweist «auf einen alljährlichen Kampf um die finanziellen Mittel». Um die aktuelle Durchführung mit einem Budget von 1,3 Millionen Franken und einem Preisgeld in der Höhe von 120‘000 US-Dollars stemmen zu können, ist abermals ein Sondereffort nötig.

Wackernagel setzt aber gerade ins Jubiläum grosse und berechtigte Hoffnungen. Natürlich will er auf diesen Meilenstein anstossen. Das Publikum profitiert, indem in Anlehnung an «ein Vierteljahrhundert Swiss Open» die Tageseintritte (Donnerstag bis Sonntag) auf 25 Franken reduziert werden. Doch soll das bevorstehende Ereignis ebenso anstossen im Sinne von ankurbeln. «Wir wünschen uns, dass das Jubiläum etwas bewegt, die Euphorie bei den Zuschauern neu entfacht», sagt Wackernagel. Die Vorzeichen dafür stehen günstig. Denn zum ersten Mal seit langem fällt das Turnier weder in die Sportferien noch in die Fasnachtszeit, es wird auch von keinem Heimspiel des FC Basel tangiert und kollidiert nicht mit der Baselworld.

Von Z wie Zirkusnummer bis A wie Axelsen
Die Swiss Open konnten sich seit ihrer Erstaustragung längst im internationalen Wettspielkalender etablieren und geniessen hohe Anerkennung. Sie verfügen über den Grand-Prix-Gold-Status, gehören also weltweit der zweithöchsten Turnierkategorie an. Gleichermassen spektakulär und beweglich wie der Anfang gestaltete sich die Entwicklung. Und die Veranstaltung verfügt über eine illustre Siegerliste, die sich wie das Who’s who der globalen Badmintonszene liest.

Blick zurück: Der Schwede Pär-Gunnar Jönsson setzte sich im Einzel sowie im Doppel durch. Bis 1994 eroberte sich der heute 51-Jährige drei weitere Titel am Rheinknie – in sämtlichen Herren-Disziplinen. Aktuell ist er Schwedens Nationalcoach und in dieser Funktion nach wie vor eng verbunden mit den Swiss Open. Mindestens so tosenden Applaus wie Jönssons Premierensieg erntete 1991 Rolf Knie mit seiner clownesken Zirkusnummer zum Auftakt des Finaltages.

Prominente aus dem Goldenen Buch sind weiter die Britin Gillian Clark, die heute als TV-Kommentatorin arbeitet, die Dänin Camilla Martin, die nach fünf Basler Einzel-Triumphen in Serie ihre Karriere 1999 mit WM-Gold und 2000 mit Olympia-Silber krönte, oder Poul-Erik Hoyer Larsen. Das Jahr 1996 wurde für den Linkshänder aus Dänemark zum durchschlagenden Erfolg – mit dem Swiss-Open-Sieg und Olympia-Gold in Atlanta. Der smarte Gentleman Larsen steht seit 2013 als Präsident an der Spitze der Badminton World Federation. Bestrebungen sind im Gang, ihn im März als Botschafter und Gratulant in Basel zu empfangen.

Im vergangenen Jahr siegten die Weltnummer 3 Yihan Wang (China) und der amtierende WM-Dritte Viktor Axelsen (Dänemark) die jüngsten Sieger des Basler Traditionsanlasses.

Von Basel nach Rio schielen
Obwohl die Anmeldefrist für die 25. Auflage erst Anfang März abläuft, bestätigt Wackernagel schon heute ein hochkarätiges Teilnehmerfeld und rechnet mit Vertretern aus 30 Nationen. Basel zieht dieses Jahr bei den Athleten, weil es hier wertvolle Qualifikationspunkte für die WM im Sommer 2015 in Jakarta zu holen gibt.

Zudem rücken nach einem Zwischenjahr zu Beginn des neuen Olympiazyklus die Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro beziehungsweise die dafür relevante Selektionsperiode auf den Radar. «Der Trend geht dahin, dass viele Turniere Rekordanmeldungen verzeichnen. Die Spieler müssen sich im Ranking hocharbeiten, das Interesse ist spürbar grösser», weiss Wackernagel. Bemerkenswert ist, dass heuer die Swiss Open an Exotik zulegen, denn erstmals werden die Ober-Schiedsrichterin aus Südafrika und der Deputy aus Peru vor Ort engagiert sein.